Kategorie: Doku

Die besten Dokumentarfilme der 90er Jahre II

Der zweite Teil unserer 90er-Doku-Retrospektive… Ich fasse mich mal kurz: Gleich dreimal blicken wir hinter die Kulissen der Filmindustrie, leiden und lachen in American Movie mit unabhängigen Filmemachern, erinnern uns mit Werner Herzog an seinen liebsten Feind Klaus Kinski und betrachten in The Celluloid Closet amerikanische Filmgeschichte aus einem anderen Blickwinkel. Zu den cineastischen Dokumentationen gesellt sich die Schönheit der Natur, in einer kurzen Geschichte der Zeit, die Kosmos, Erde und Mensch in das richtige Verhältnis rückt und in Luc Bessons Atlantis, in dem wundervolle Unterwasseraufnahmen auf einen hypnotischen Score treffen. Einmal dokumentarische Vielfalt bitte, nach dem Klick.

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Die besten Dokumentarfilme der 90er Jahre I

Wie schon in der 2000er-Filmretrospektive können wir uns, nachdem wir den fiktionalen Stoff hinter uns gebracht haben, der Realität widmen. Es gab einige großartige Dokumentarfilme in den 90er Jahren, aber ich befürchte auch hier habe ich Nachholbedarf. Die zwölf Filme, die jetzt – und im anschließenden zweiten Teil – folgen sind es aber allesamt wert gesehen zu werden. Es geht hinab in die Tiefen und Untiefen der deutschen Filmgeschichte, festgehalten in einem künstlerischen und menschlichen Porträt Leni Riefenstahls, weit hinein in die Befindlichkeiten Amerikas: Legendäre Boxkämpfe beim Rumble in the Jungle, legendäre Comickunst und Exzentrik von Robert Crumb, legendäre Filmgeschichte bei Francis Ford Coppolas Reise in die Hearts of the Darkness… und daneben gibt es auch noch einen Blick auf die kleinen großen Momente, die Glocken aus der Tiefe des russischen Glaubens und Aberglaubens und die Amerikanischen Träume, die an der harten, kapitalistischen Realität scheitern.

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Netflix-Kurzrezensionen: Fyre: The Greatest Party That Never Happened, Tau, IO,

Während Netflix, was Serien betrifft, schon seit längerem einfach mal eine Institution ist, stehen sie bei Filmen immer noch für ein Hit or Miss, zuletzt gesehen am doch ziemlich durchschnittlichen Horrorstreifen Bird Box, der zwar eine packende Atmosphäre aufweisen konnte, storytechnisch aber ziemlich feige und berechenbar daherkam. Eins muss man den Netflix-Programmplanern aber lassen: Sie wissen für welche Themen sich ihr Publikum interessiert und haben keine Scheu, Filme mit genau jenen Themen und Topoi, die gerade im Trend liegen, einzukaufen oder gleich selbst zu produzieren. Ob dabei dann was sehenswertes herauskommt, ist wieder eine andere Frage, und allzu oft lässt man sich von Netflix dann doch von interessanten Motiven und spannend klingenden Teasern ködern, um sich im Nachhinein über einen extrem durchschnittlichen Film zu ärgern, dem man im linearen Fernsehen nie eine Chance gegeben hätte. Wie gesagt, Netflix weiß welche Themen funktionieren, und weiß ebenso, wie man Filme in einem VoD-Rahmen anständig präsentiert, so dass sie vom neugierigen Zuschauer auch geschaut werden. Manchmal zum Leid („Och nee, wieder 2 Stunden an so ein B-Filmchen verschwendet), manchmal zur Freude („Heh, schon wieder ne verborgene Perle entdeckt. Danke Mama Netflix“) der neugierigen Zuschauer. An dieser Stelle daher drei Kurzrezensionen, die euch die nächste Netflix-Entscheidungsfindung hoffentlich leichter machen: Die großartige Doku über das Fyre-Festival-Desaster, der durchwachsene Arthaus Science Fictioner IO und der vielversprechende und doch ziemlich taumelnde KI-Film Tau.

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Die besten Dokumentarfilme der 2000er Jahre I

Bevor wir unsere 00er-Filmretrospektive endgültig dicht machen, widmen wir uns den großen nonfiktionalen Filmen des Jahrzehnts. Es gab viele spannende, interessante, mal mehr, mal weniger authentische, mal mehr, mal weniger stilisierte Dokumentarfilme in diesem Jahrzehnt. Naturbetrachtungen ebenso wie Medien- und Kulturgeschichtsstunden, Pop-Reflexionen, politisch engagierte Werke und vieles dazwischen. Die besten dieser Filmgattung passen – wie sollte es auch anders sein – nicht in einen Artikel und so gibt es in Kürze noch einen kleinen Nachschlag. Hier auf jeden Fall schonmal die erste Portion Realistisches, Wahres und Dennoch Schönes. Die besten Dokumentarfilme des Jahrzehnts, wie immer nach dem Klick.

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Scheitern im Großen – Klaus Kinskis legendäre Rezitation „Jesus Christus Erlöser“ auf DVD

Du, der so ein großes Maul hat, kommst jetzt nach vorne – sagt Schauspieler Klaus Kinski und fixiert mit einem starren Blick einen seiner Zuhörer, die immer wieder durch laute Zwischenrufe das Programm stören. Ein nervöser, stiller Herr von den funkelnden Augen Kinskis malträtiert, betritt die Bühne. Zaghaft spricht er ins Mikrophon: Er denke, dass viele hier Jesus suchen würden, aber Klaus Kinski, Schauspieler, Rezitator, der Deutschen liebster Soziopath sei es mit Sicherheit nicht. Denn Jesus hätte Vergebung und Geduld gelehrt und er hätte, wenn ihm jemand widersprochen hätte, versucht diesen mit Argumenten zu überzeugen. „Nein“ ist die wütende Antwort Kinskis. „Er hätte eine Peitsche genommen und ihm in die Fresse gehauen“, brüllt er wie von der Tarantel gestochen, nur um den Störenfried im nächsten Moment mit einem cholerischen „Du dumme Sau!“ von der Bühne zu jagen.

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