Schlagwort: 1980er

Die besten Actionfilme der 80er Jahre II

Nachdem der erste Artikel doch ziemlich von den skurrilen, fantastischen Genre-Hybriden dominiert war, folgen nun die Cop-Actioneers, Männerfreundschaften und vor allem Actionkomödien.  Mit Nur 48 Stunden entsteht zu Beginn der Dekade das seitdem äußerst beliebte Genre des Buddy Movie, dessen Formeln auch kurz darauf auf Lethal Weapon und seine Fortsetzungen angewandt werden. Mit Beverly Hills Cop landen Motive des Blaxploitation im großen Blockbuster-Kino: Das ist dann zwar mitunter stereotyp, voller Klischees und überzeichnet bis zum Proto-Rassismus, macht aber dennoch verdammt viel Spaß. Das asiatische Kino stellt mit dem Hongkong Martial Arts Feuerwerk Police Story unter Beweis, dass unterhaltsame Popcorn-Action nicht zwangsläufig aus den USA kommen muss. Und oh Wunder, selbst der very britische Klassiker James Bond hat im 80er Actionkino noch was zu melden, gerade durch die dreckige Runderneuerung in Die Lizenz zum Töten.

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Die besten Actionfilme der 80er Jahre I

Okay… genug mit den weniger schönen Seiten des US-Actionkinos der 80er Jahre auseinandergesetzt. Jetzt geht es an die Highlights. Und die kommen zwar auch hauptsächlich – aber nicht ausschließlich – aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mit dem asiatischen Genre-Vertreter A Better Tomorrow revolutioniert John Whoo das Hongkong-Kino und kreiert mal eben noch auf eigene Faust ein autonomes Subgenre, den Heroic Bloodshed Movie. Mit Klischees des Asiatischen Lifestyles und einer ordentlichen Eastern-Hommage erschafft John Carpenter in Big Trouble in Little China einen schrillen Fantasy/Action-Hybriden, während er in Die Klapperschlange unter Beweis stellt, dass auch dystopische, düstere, morbide Töne durchaus in das Genre passen können. Ebenfalls fantastisch geht es im furiosen Die Reise ins Ich zu, während uns Auf dem Highway ist die Hölle los uramerikanische, nostalgische Action-Unterhaltung präsentiert, die noch tief in den 70er Jahren verwurzelt ist.

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Filmabend: The Kids aren’t allright

Passend zu unserer Glorifizierung des Teenager-Films der 80er Jahre wird es mal wieder Zeit für einen ausgiebigen Filmabend, mit dem man locker ein viertel Wochenende – sprich Samstag Abend und Nacht – füllen kann. Und auch bei diesem sollen die Teenager im Mittelpunkt stehen, allerdings primär ihre dunklen und morbiden Seiten. Be afraid, the kid’s aren’t allright! Sie lügen, stehlen, morden in den schlimmsten Fällen sogar, werden zu pubertären Monstern und Unglücksbringern für die erwachsene Welt… denn sie wissen nicht was sie tun. Die folgenden Filme veranschaulichen, warum die Kids schon immer böse aber auch verloren, ohne Hoffnung waren, in den 50ern ebenso wie in den 70ern, in den 80er Jahren ebenso wie im neuen Jahrtausend. Eine kleine cineastische Zeitreise durch die Abgründe der Jugend, flankiert von passender Musik, gutem Essen und angenehmer Gesellschaft. Eben alles, was ein traditioneller Homevideo-Abend benötigt.

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Anmerkungen zum Actionkino der 80er Jahre II: Inszenierungsmuster und Fetische

Im ersten Teil der Anmerkungen zum Actionkino der 80er Jahre ging es vor allem um den Typus des neuen Actionhelden, verkörpert unter anderem von Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stalone oder Michael Dudikoff. Von deren Typologie sind wir auf die Militarisierung des Helden gestoßen und von dieser wollen wir uns nun vorsichtig weiter durch das Genre hangeln: Spezifika, Fetische und Inszenierungsmuster stehen auf dem Programm. Wie schlug sich die Militarisierung in den Inszenierungen der Filme wieder? Welche Rolle spielte dabei die Gewalt? Welche die Politik? Wie repräsentiert diese den Geist des Jahrzehnts? Und was ist darüber hinaus noch so geschehen?

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Anmerkungen zum Actionkino der 80er Jahre I: Die Genese des Actionhelden

Bevor es in die Halbzeit unserer 80er Jahre Filmretrospektive geht, steht das Actionkino vor der Tür und damit natürlich eine Menge Stoff, um sich Gedanken über die Widerspiegelung gesellschaftlicher Zusammenhänge in Filmen zu machen. Gerade beim Action-Genre der 80er Jahre bietet sich das an, finden wir hier doch sehr auffallende Spezifika, sei es der muskelbepackte, testosteronschwangere Held, die Arbeit mit Feindbildern wie den Kommunisten oder schlicht und ergreifend den Wandel vom Schusswechsel zur Explosion, von der Autoverfolgungsjagd zum Kriegsszenario. Daher will ich im Folgenden der Abarbeitung meiner liebsten Action-Flicks der Dekade ein paar Gedanken vorausschicken… keine Sorge, keine allzu tief schürfende, wissenschaftliche Analyse, auch kein großer Rückgriff auf Fachliteratur, dafür aber ein paar Gedanken anhand von Topoi und Motiven, darüber was das Actionkino der 80er Jahre auszeichnet… sowohl im Positiven wie im Negativen.

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Die besten Teenager-Filme der 80er Jahre: Teenwolf? – Ach ja, Teenwolf!

Wenn es um Teenagerfilme der 80er Jahre geht, gibt es viele High-School-Komödien, an denen man praktisch nicht vorbei kommt. Rod Daniels Teenwolf (1985) gehört nicht dazu.Und trotzdem hat sich der platte Comedy-Flick in den letzten Jahrzehnten nicht nur eine treue Fanbase aufgebaut, sondern sich sogar regelrecht zum Kultfilm entwickelt, in einem derart starken Maße, das mittlerweile gar ein Quasi-Remake als Serie produziert wurde, die dem „Klassiker“ zumindest den Titel nacheifert. Die Frage, warum der Low Budget Streifen, der damals vor allem von der Popularität des Hauptdarstellers Michael J. Fox profitierte, so erfolgreich war und ist, lässt sich neben der Rolle Fox‘ vor allem auf das regelmäßige Airplay zurückführen, in Deutschland zumeist im RTL2-Nachmittagsprogramm. Wie gesagt, den besten Ruf genießt der Film dabei nicht, über ihn lässt sich einfach hervorragend lästern (wovon ich gleich auch ordentlich Gebrauch machen werde), und dennoch ist er weitaus besser als sein Image, kein Meisterwerk aber immerhin eine plumpe, launige Teenie-Komödie, die über 90 Minuten durchaus sehr viel Spaß machen kann… Ach was solls, Teenwolf gehört einfach zu meinen guilty pleasures, den peinlichen 80’s-Favoriten, und warum das so ist, werde ich im Folgenden mit euch teilen.

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Die besten Teenager-Filme der 80er Jahre III

Teenager-Filme, die Letzte. Aber noch einmal mit allem, was die 80er so auszeichnet, den Jugendfilm von damals zu großem Kino macht. Für locker entspannte Unterhaltung haben wir Ich glaub‘ ich steh im Wald und Lockere Geschäfte im Angebot. Etwas emotionaler, tragischer und authentischer wird es da schon mit Cameron Crowes Regiedebüt Say Anything… sowie dem tragikomischen und realistischen Lucas. Und für die abschließend düstere Note sorgt das prototypische Black Cinema Meisterwerk Do the right thing von Spike Lee. Vom Popcorn bis zum sozialkritischen Blick durch die Hornbrille, der Teenie-Film der 80er hat es einfach drauf…

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Die besten Teenager-Filme der 80er Jahre II

Ein zweiter Blick auf die Jugendfilme der 80er Jahre. Ich war ja kurz in Versuchung Revenge of the Nerds (1984) aufzunehmen, habe dann aber doch zurückgezogen, denn der spielt erstens im College-Milieu (ist also trotz Teenie-Zielpublikum eher weniger ein Teenager-Film) und ist zweitens dann doch ein wenig zu trashy, um hier wirklich als Meisterwerk aufgeführt zu werden (ganz zu schweigen vom dämlichen deutschen Titel „Die Rache der Eierköpfe“). Nee, hier soll es hochwertig bleiben und so gibt es statt alberner College-Komödien (von denen die 80er echt mal überfüllt waren) sensible Wohlfühlromantik aus Frankreich in La Boum – Die Fete, schräge Musical-Unterhaltung mit ordentlich Hairspray, den Club der toten Dichter minus Pathos in Heaven Help us und auch zweimal die dunklen Seiten des Teenager-Lebens: Einmal vertreten in der pechschwarzen Killer-Satire Heathers, hierzulande auch als Lethal Attraction bekannt, und einmal in Form des authentischen – und ziemlich pessimistischen – Punk-Teenager-Porträts Das Messer am Ufer. Der Sprung vom angenehmen Feel-Good-Movie über das problembewusste Drama bis hin zur düsteren Komödie sollte klappen, nach dem Klick.

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Die besten Teenager-Filme der 80er Jahre I

Let’s go Subgenre… Während in den 50ern Liebesfilme, Komödien und auch Tragikomödien oft als klassische Screwball-Comedies für und mit Erwachsenen inszeniert wurden, entdeckte das Kino – vor allem das Amerikanische – bereits in den 70ern die Teenager nicht nur als Zielgruppe sondern auch als Protagonisten für sich. Dies mündete schließlich in die legendäre Flut an Teenager-Filmen im Laufe der 80er Jahre, die in den 90ern wieder einigermaßen verebbte, um den Slackern und Gangstern Platz zu machen. Diese Welle der Coming-of-Age Movies ist dominiert von zahllosen schlechten Teenie-Komödien, die meistens irgendwie John Hughes nacheiferten, der mit Breakfast Club, Pretty in Pink und Ferris macht blau Maßstäbe für das Genre setzte. Aber auch das Drama entdeckte den pubertierenden Protagonisten für sich, im ersten Artikel der Retrospektive vertreten durch Francis Ford Coppolas artifiziellen Rumble Fish und den herrlich nostalgischen, im Grunde genommen eher präpubertären Stand by me. Aber auch andere Genres fanden sich im Teenager-Format wieder. Das soll in den Teilen zwei und drei noch einmal intensiver berücksichtigt werden, einen kleinen Vorgeschmack gibt es jedoch bereits an dieser Stelle mit dem familiengerechten Action/Coming-of-Age-Hybriden Karate Kid, der trotz aller kultigen Sillyness auch als empathisches Jugend-Drama zu begeistern weiß.

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Die besten Liebesfilme der 80er Jahre III

Einmal greifen wir noch in die Vollen des romantischen Kinos und einmal noch werfen wir dabei auch einen Blick weit über den großen Teich, direkt hinein in die Erzeugnisse der amerikanischen Traumfabrik. Es gab in Hollywood mit Sicherheit bessere Jahrzehnte für Liebesfilme als die 80er Jahre… und doch stammen aus der Zeit so manche zeitlose Klassiker, die auch heute noch die Rezeption wert sind. Ein Offizier und Gentleman ist einer davon, ebenso das große Afrika-Epos Jenseits von Afrika. Auch Die fabelhaften Baker Boys stehen für perfekte amerikanische Filmunterhaltung. Ein wenig europäischer wird es mit der äußerst gelungenen Kundera-Verfilmung Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins und mit dem wundervollen Teenie-Drama Pauline am Strand kommen wir schließlich doch wieder beim herausragenden französischen Kino der 80er Jahre an. And last but not least: Ein schwungvolles, berührendes literarisches Gesellschafts- und Liebesporträt made in Britain in der vorzüglichen Literaturverfilmung Zimmer mit Aussicht. Liebe und Romantik im Zeichen der 80er Jahre, die letzte. Nach dem Klick.

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Die besten Liebesfilme der 80er Jahre II

Nachdem ich im letzten Artikel ordentlich auf die Arthaus-Kacke gehauen habe, folgen nun die weitaus traditionelleren, romantischeren und auch prototypischeren Liebesfilme, sowohl in Gestalt der Screwball Komödie, als auch in Gestalt des poetischen Liebesdramas, aber auch in Gestalt des abstrakten Kunstfilms. Und ja verdammt, diese Schnulzen können auch heute noch alle ungemein unterhalten. Keine Scham für das entzückte Seufzen zum Balztanz Dirty Dancing, keine Reue über das Lächeln und die Träne im Auge zu den romantischen Komödien Roxanne, Mondsüchtig und Harry und Sally. Und kein schlechtes Gefühl beim Erschlagenwerden von den pathetischen Liebsreflexionen in Liebe bis in den Tod und Vorname Carmen. There will be Kitsch, there will be Romance, there will be Love, Baby!

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Die besten Liebesfilme der 80er Jahre I

Es musste ja irgendwann wieder so weit kommen… Das Genre, mit dem ich immer Probleme habe, in dem ich mich oft, viel zu oft ein wenig unwohl fühle. Liegt es an meinem fehlenden Romantik-Gen, an der extremen Kitsch-Allergie oder daran, dass Liebesgeschichten im Kino für meinen Geschmack oft all zu peinlich und rosarot erzählt werden? Ich weiß es nicht, habe aber auch in den 80ern das Beste versucht, aus der riesigen Fülle an mittelmäßigen Romantik Flicks die Perlen herauszufischen. Hier kommt die erste Fuhre: Düster verkopftes Kunstkino in Black Out und Ein kurzer Film über die Liebe, episch Dekadentes in Gefährliche Liebschaften, sowie politisch und sozial Durchsetztes in Reds. Traditionell romantisch dagegen arbeitet Die Waffen der Frauen und findet dennoch originelle Ansätze, um sich von der durchschnittlichen Konkurrenz abzuheben. Um das zu erreichen kann man es auch gleich wie Woody Allen in Hannah und ihre Schwestern machen, indem man nicht nur eine, sondern gleich ein Dutzend (Liebes-)Geschichten erzählt und so unangestrengt Arthaus-Anspruch mit wohltemperierter romantischer Unterhaltung verbindet. Wie gesagt, nicht mein Genre… und dementsprechend sind meine Lieblingsfilme auch die, die aus den Grenzen des Herzschmerz ausbrechen.

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Die besten Epen und Historienfilme der 80er Jahre: Fackeln im Sturm?

Ja…. was ist eigentlich mit Fackeln im Sturm (1985)? Viele, die wie ich in den 80ern und 90ern groß geworden sind, werden wohl kaum an diesem TV-Mehrteiler vorbeigekommen sein, sei es, weil die Eltern gebannt vor dem Fernseher saßen, als die epischen 90Minüter über den Bildschirm flimmerten oder sei es, weil man sich von den großartigen Kriegsimpressionen und dem Interesse am amerikanischen Sezessionskrieg verführen ließ. Unglaublich viele Jungs und Mädels meiner Generation haben die Geschehnisse um Nord und Süd in sich aufgesogen, die Serie bis zum bitteren Ende verfolgt und nicht wenige werden mit viel Wehmut und Nostalgie an die großen Ereignisse um Orry Main und George Hazard zurückdenken. Aber hält das gewaltige Drama um Liebe und Hass auch heutigen Sehgewohnheiten Stand…? Oder war es vielleicht sogar damals schon ziemlicher Mist und wird nur durch die rosarote Nostalgiebrille verklärt…? Oder haben wir es gar mit einem unterschätzten Meisterwerk des Historienfilms zu tun? Auf zum Direktcheck.

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Die besten Epen und Historienfilme der 80er Jahre III

Einen über Episches und Historisches aus den 80ern habe ich noch, auch dieses mal mit gewisser Schubladen- und Kategorien-Unschärfe. Natürlich ist Highlander dann doch auch ziemlich viel Fantasy-, Action- und Blockbuster-Kino. Natürlich ist Fitzcarraldo auch irgendwie Abenteuerfilm und Drama. Natürlich kann man über die Historizität von Am Anfang war das Feuer streiten. Und natürlich ist Au revoir, les enfants in erster Linie eine Tragödie historischen Ausmaßes gespiegelt in einem sehr persönlichen Kindheitsporträt. Zumindest auf das epische Moment von Die Bounty können wir uns einigen, oder? Auch wenn sich da natürlich wiederum eine Diskussion über die Qualität von Roger Donaldsons Historienepos anbietet. Well, ohne Streit wäre es ja auch ziemlich langweilig.

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Die besten Epen und Historienfilme der 80er Jahre II

Nachdem wir uns im letzten Artikel doch primär in mittelalterlichen und archaischen Gefilden bewegt haben, geht es nun mitten hinein in die Historie der Neuzeit. Angefangen bei der Genie-Epoche und bei den großen klassischen Musikern Wolfgang Amadeus Mozart und Niccolò Paganini, die sehr eigenwillige nichtsdestotrotz mitreißende Biografien spendiert bekommen -, über den Freiheitskampf in Indien von Gandhi, den Kampf gegen die Apartheid in Schrei nach Freiheit bis hin zum Leben von Pu Yi, Der letzte Kaiser Chinas. Und einen kleinen Schlenker in die Antike gibt es dann auch noch: Die letzte Versuchung Christi als eigenständige, originäre Interpretation des Martyrium von Jesus Christus. Es wird eigenwillig, anders, stilverliebt… und vor allem episch. Nach dem Klick.

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Die besten Epen und Historienfilme der 80er Jahre I

Was einen guten Film zu einem guten Historienfilm macht, liegt ja eigentlich so ziemlich auf der Hand: Das historische Sujet. Der Schritt zum Epos ist da schon etwas diffiziler. Natürlich könnte man es sich leicht machen und einfach von Monumentalfilmen sprechen, doch damit bekommt man letzten Endes auch nur eine sehr eingeschränkte Genreschublade geboten, die automatisch primäre Assoziationen zu dem großen Monumentalfilm der 50er und 60er Jahre à la Ben Hur weckt. Gerade historisch akkurate oder aber auch fantastische, parabolische und surreale Werke mögen da kaum so richtig ins Bild passen. Also ganz kurz ein wenig Schubladenkunde, um meinen Begriff des Epos – des epischen Films – einigermaßen zu rechtfertigen.

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Die besten Abenteuerfilme der 80er Jahre III

So… dann wüten wir also ein letztes Mal durchs Abenteuerkino der Dekade. Das hier ist trotzdem alles andere als eine Resterampe. Auch wenn sich der ein oder andere Film in die Auswahl verirrt haben mag, der bei manchen Lesern Kopfschütteln auslösen dürfte, finden sich auch hier wieder eine Menge Hochkaräter ein… und zwar in einer ziemlich heterogenen Vielfalt: Episches Arthaus-Kino in Werner Herzogs Fitzcarraldo auf der einen, amüsanter Slapstick- und Prügel-Trash mit Bud Spencer und Terrence Hill in Zwei Asse trumpfen auf auf der anderen Seite. Klassische Hollywood-Unterhaltung Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten, realistische Wildnis-Impressionen in Der Bär, überbordernde Komik und Achterbahnfahrten in Die Götter müssen verrückt sein II und ästhetisierte, schweigsame literarische Verarbeitungen in Crusoe. Das Abenteuergenre als Spielwiese für überambitionierte Filmmacher, als Ideenraum für cineastische Poeten und als Steilvorlage für großes Action- und Comedykino. All das kompakt und mit fetter Must-See-Empfehlung nach dem Break.

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Die besten Abenteuerfilme der 80er Jahre II

Weiter geht es mit den besten Abenteuerfilmen der 80er Jahre, dem letzten Jahrzehnt, in dem dieses Genre tatsächlich noch eine gewisse Relevanz sowohl für Arthaus- und Independent- als auch das große Blockbuster-Kino hatte. Wer weiß, vielleicht erleben wir ja demnächst doch noch einmal ein etwas größeres Revival abseits von lahmen Piratenfilm-Ablegern. Bis dahin denken wir wehmütig an die gute alte Zeit zurück, als Indiana Jones und der letzte Kreuzzug sowie die Jugendversion des Abenteuer-Popcorn-Kinos Die Goonies Fantasy, Epik und Action perfekt unter einen Hut brachten, als Mosquito Coast, Greystoke und Wenn die Wölfe heulen sich in Zivilisationskritik und Überhöhung des natürlichen, kreatürlichen Leben übten, und die Zeit in der Im Rausch der Tiefe die Standards für ein beeindruckende Naturaufnahmen und herausragende Kameraführung neu definierte. So viel Nostalgie muss sein…

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Die besten Abenteuerfilme der 80er Jahre I

Neben all den großen und kleinen Genre-Irrungen und Wirrungen steht für die 80er Jahre eins fest: Sie waren die letzte Dekade der wirklich großen Abenteuerfilme des Blockbuster- und Independentkinos. Und was für ein tolles Jahrzehnt waren sie für dieses Subgenre! Schatzjagden, Erkundungen im Dschungel, in Wüsten und auf Meeren, spannende Familienunterhaltungen und düstere Reisen in die Herze der Finsternis. Es erfüllt schon mit Wehmut, dass dieses ausufernde Genre in den folgenden Jahrzehnten kaum noch Berücksichtigung geschweige denn Anerkennung fand. Abenteuerfilme, wie die hier genannten, bewegen sich immer an der Grenze zwischen Action, Spannung und Fantasy. Gerade der letzte Aspekt kann sich auf vielfache  Weise niederschlagen, sei es in mythologischen Bezügen wie im ersten Indiana Jones Jäger des verlorenen Schatzes, in tatsächlich fantastischen Szenarien wie im zweiten Teil der Reihe Der Tempel des Todes oder sei es in fantastischen Wirklichkeitsverklärungen wie in Crocodile Dundee oder Piraten. Näher an der Realität, weiter weg vom Fantastischen – aber alles andere als naturalistisch – sind da schon der vergnügte Comedy Clash of the Cultures Die Götter müssen verrückt sein sowie der spannende Ökothriller Der Smaragdwald. Für ein sehnsüchtiges in die Ferne schweifen, sind sie allesamt geeignet, und großartige Filme noch obendrein.

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Besser als sein Ruf: Masters of the Universe (1987)

Im Grunde genommen lässt sich die ganze Tragik der Verfilmung von Mattels berühmter Spielzeugreihe und dazugehöriger Zeichentrickserie in einer Erkenntnis zusammenfassen: Es ist unmöglich es nicht falsch zu machen! Wem soll man es auch recht machen? Den Filmkritikern? Klar, die winken schon ab, wenn sie nur von der Idee hören. Den Kindern, die das Spielzeug lieben? Klar, viel Spaß bei der Produktion eines infantilen 90minütigen Werbeclips für Plastikschrott. Den Fantasy-Nerds und Space Opera Fans? Klar, viel Spaß beim Messen mit Star Wars, der unendlichen Geschichte und Star Trek. Nein, zu holen gibt es bei diesem Stoff nicht viel. Kein Wunder also, dass sich Cannon Films der Verfilmung der Spielzeugsaga annahm, eine Produktionsfirma, die in den 80er Jahren vor allem durch Action B-Movies mit Chuck Norris und Charles Bronson auf sich aufmerksam gemacht hatte und folgerichtig keinen Ruf besaß, den sie ruinieren konnte. Als Regisseur wurde der No Name Gary Goddard installiert und die Hauptrolle des He-Man bekam ein hoffnungsvolles Nachwustalent namens Dolph Lundgren, der ein Jahr zuvor als russischer Gegenspieler von Rocky seine Muskelkraft demonstrieren konnte. Dass von da an nichts mehr nicht schief gehen kann, scheint eine ausgemachte Sache zu sein. Doch, Überraschung, Masters of the Universe (1987), Flop an den Kinokassen, Hassobjekt von Kritikern, ist ein unerwartet launischer, unterhaltsamer und ziemlich bombastischer Film.

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