Schlagwort: Thriller

Die besten Horrorfilme der 80er Jahre: Warum Freitag der 13. nicht dazu gehört…

Neben Michael Myers und Freddy Krueger dürfte Jason Voorhees zweifellos zu den größten Ikonen des Slasher-Genres und des 80er Jahre Horrorkinos ganz allgemein gehören. Auf stolze zehn Teile hat es die Franchise bis heute gebracht, zuzüglich eines Mashups mit A Nightmare on Elm Street und eines Reboots, das 2009 die Geschehnisse um Jason Vorhees neu erzählte. Nicht erst seit der Adelung als Zitat in Wes Cravens Scream (1996) gehören das Original sowie seine aus der Art schlagenden 11 Fortsetzungen zum Slasher-Kanon und Dank der missglückten (und tödlichen) Quiz-Antwort von Drew Barrymore dürfte mittlerweile auch jeder wissen, dass der Mörder im ersten Teil Freitag der 13. (1980) von Sean S. Cunningham eben nicht Jason selbst sondern seine Mutter ist. Aber was hat dieser Beginn der Reihe – und Quasi-Beginn des 80er Slasher-Kinos -, was ihn zum vermeintlich zeitlosen Klassiker macht? Und warum wurde die ganze Reihe derart populär?

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Kurzrezensionen Die Haut in der ich wohne, Womb, Wrecked

Dreimal das Sujet Identität, jedes Mal auf vollkommen andere Weise verarbeitet: Während der Film von Pedro Almodóvar Die Haut in der ich wohne (2011) auf ästhetizistische, hocherotische Bilder setzt, bewegt sich Womb (2010) in den kargen, minimalistischen Gefilden klassischer Arthaus-Dramen. Und die Direct-to-DVD-Produktion Wrecked (2011) wiederum versucht sich in der Tradition, dunkler, verwobener amerikanischer Mindfuck- und Survival-Thriller. In welchem Genre hat die Thematik die Nase vorn, welchem Film gelingt es, dem Stoff neue Blickwinkel abzutrotzen, und welches Werk geht mit dem schweren Thema baden? Drei Filme, drei Rezensionen, ein Motiv: Cineastische Identitätssuche und Selbstfindung nach dem Klick…

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Die besten TV-Serien der 90er Jahre II

Im ersten Teil habe ich ja besonders durch die rosarote Nostalgiebrille geschrieben und empfohlen. Die gibt es dieses Mal auch, allerdings nur in einem Fall: Dem wunderbaren, cheesy 90er-Teenager-Prototypen Parker Lewis, der Coole von der Schule. Ansonsten wird es im zweiten Teil weitaus ernster und düsterer. Mit Twin Peaks und Akte X kann ich gleich zwei Mystery-Klassiker empfehlen, an die sich alle 80er Jahrgänge wahrscheinlich noch gut erinnern können und die alle zu spät Geborenen schleunigst nachholen sollten. Dazu gesellt sich mit NYPD Blue ein echter Crime-Klassiker, aus einer guten alten Zeit, in der Thriller-Serien nicht nur daraus bestanden, in Leichen rumzupuhlen. Ein bisschen Science Fiction gibt es dann auch noch mit dem zweiten großen 90er Star Trek Ableger, der umstrittenen Soap im Weltraum Deep Space Nine. Und wenn es einfach nur klassische Sitcom-Unterhaltung sein soll… kein Problem. Der Comedy-Klassiker Seinfeld zeigt allen Kings of Queens und two and a half men wie echter Humor auszusehen hat.

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Apokalyptische Kurzrezensionen: Extinction, A Breath Away, Good Omens

Drei Mal Endzeit, drei Mal Ende der Welt bitte; und zwar in sehr unterschiedlichen Variationen. Also was haben die letzten 12 Monate diesbezüglich für uns im Angebot? Da haben wir zum einen den mysteriösen und zugleich actiongeladenen Weltuntergang mit ner Menge Science Fiction im Netflix-Flick Extinction. Da haben wir zum zweiten den dramatischen, realistischen Weltuntergang im Katastrophendrama und Survivalthriller A Breath Away. Und da haben wir zum Dritten den durchgeknallten, witzigen und epischen Weltuntergang in Form der Amazon-Miniserie Good Omens. Drei Mal das Ende der Welt in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Auf welche dieser Apokalypsen man sich einlassen sollte, folgt jetzt.

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Die besten Thriller 2017: The Killing of a sacred Deer von Yorgos Lanthimos

Stark aber arrogant, so wird Agamemnon in der griechischen Mythologie beschrieben: Oft impulsiv und herrisch, aber auch jemand, der es versteht, Entscheidungen zu treffen und eine Armee zu führen. Als Familienmensch war Agamemnon stets zwiespältig oder gar negativ besetzt. Seine Frau eroberte er, indem er ihren vorherigen Gemahl tötete. Er zog in den trojanischen Krieg und ließ seine Kinder zehn Jahre allein zurück. Und dann gibt es da natürlich noch die Geschichte um seine Tochter Iphigenie, die er bereit ist zu opfern, um einen zuvor von ihm gemachten Fehler – der Mord an einer heiligen Hirschkuh der Artemis – zu büßen. Wie ein postmoderner Agamemnon wirkt der Herzchirurg Steven Murphy (Colin Farrell): Mit seinem überwältigenden Bart, seinem stattlichen Auftreten. Wie die griechische Sagenfigur hat er sich auch von seiner Familie entfremdet, begegnet seiner Frau (Nicole Kidman) und seinen beiden Kindern mit einer kalten, distanzierten Strenge. Ganz anders jedoch ist sein Umgang mit dem mysteriösen 16jährigen Martin (Barry Keoghan): Er trifft ihn im Geheimen und beschenkt ihn mit Zuneigung und wertvollen Gegenständen. Er lädt ihn in das Haus seiner Familie ein und besucht im Gegenzug Martins Mutter. Dieser will jedoch immer mehr und entwickelt sich schließlich in seinem Eifern nach Zuneigung zur dunklen Bedrohung für die gesamte Familie Murphy.

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Die besten Horrorfilme 2018: Das Suspiria-Remake von Luca Guadagnino

Der ungewöhnliche, gegen den Strich gebürstete Horrorfilm boomt derzeit gewaltig. Nein, an dieser Stelle werde ich mich nicht schon wieder in Gedanken über den so genannten Post Horror verlieren. Es sei nur festgehalten, es gibt im Kino-Mainstream eine Nachfrage nach Horrorfilmen, die von ihrer Art und Weise alles andere als publikums- oder blockbusteraffin scheinen. Und das haben die späten 2010er Jahre durchaus mit den 70er Jahren gemein. Auch damals wurden Filme zu großen Erfolgen, die sowohl herausfordernd als auch verstörend waren, die nicht einfach darauf abzielten, das Publikum mit angenehmen Gruseleinheiten zu sedieren, sondern die schocken, irritieren und auch verändern wollten: Man denke nur an Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973), Wes Cravens The Hills Have Eyes (1977) oder Romeros Dawn of the Dead (1978). Natürlich hatte auch diese Zeit so wie unsere ihre leicht zu konsumierenden Horror-Blockbuster wie Spielbergs Der weiße Hai (1975), aber damals wie heute gab es plötzlich eine Nachfrage nach groteskem, progressiven und bewusst gegen den Strich gebürsteten Genrekino. Und zu dessen Vertretern zählt natürlich auch Suspiria (1977) von Dario Argento: Der prototypische und zugleich über die Kategorie hinausweisende Giallo, im Grunde genommen der Film, der die gesamte Reputation des italienischen Horrorkinos der damaligen Zeit allein rettet (sorry, aber so viel sehenswertes gab es daneben nunmal einfach nicht). Und wenn schon der Mut des 70er Jahre Horrors auch den 2010er Horror beseelt, und wenn es schon in diesem Trend ein Spiel mit der Ästhetik der damaligen Zeit gibt (Man denke z.B. an Mandy), warum dann nicht gleich DEN Klassiker aus Italien mit einem Remake versehen?

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Kurzrezensionen: Dogtooth, Beautiful, Bedingungslos

Nachdem es in der letzten Kurzerezensionssammlung das volle Blockbuster-Programm mit Harry Potter, Super 8, und Planet der Affen Prevolution gab, verlassen wir dieses Mal die vorgewärmten Kinosessel und schauen uns im Videotheken-Regal in der Arthaus- und Independent-Film-Abteilung um. Ich weiß gar nicht, ob einer von den drei hier rezensierten Filmen eine Kinoauswertung hatte. Tendenziell wohl eher nicht. Auf jeden Fall liegen sie derzeit (relativ) frisch in der Videothek meines Vertrauens und bilden ein gutes Kontrastprogramm zu lauten, mainstreamigen Blockbuster-Orgien: Dogtooth eine verstörende, surreale Parabel in der Tradition des europäischen Autorenkinos, Beautiful ein düsterer Mysterythriller, der gerne das Blue Velvet des neuen Jahrtausends wäre, und Bedingungslos, in dem Ole Bornedahl (Nightwatch) mit perfider Montagetechnik den Zuschauer in einem alptraumhaften Sog gefangen nimmt. Was können die drei filmischen Ausreißer und lohnt sich für sie der Gang zur Videothek?

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Die besten interessantesten Horrorfilme 2018: Mandy mit Nicolas Cage

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem guten Freund, in dem dieser mich daran erinnerte, dass ich wohl einst – vor über 15 Jahren – Nicolas Cage zu einem meiner Lieblingsschauspieler erklärt hätte. Ehrlich, ich kann mich daran wirklich nicht mehr erinnern, halte es aber, wenn ich an diese Zeit zurückdenke, für absolut plausibel, dass ich zumindest eine große Verteidigungsrede für den oft veralberten, oft nicht ernst genommenen Overacting-Bro gehalten habe. Immerhin waren das damals die frühen 2000er Jahre. Und auch wenn Nicolas Cage zu dieser Zeit schon mit bizarr überzeichneten, testosteronschwangeren Auftritten wie Con Air (1997) oder Gone in 60 seconds (2000) negativ aufgefallen war, war er doch noch ein Stück entfernt von späteren Nutball-Rollen wie The Wicker Man (2006) oder Ghost Rider (2007), geschweige denn den noch späteren noch groteskeren Actionrollen in zahllosen B-Movies. Außerdem war das auch die Zeit von Adaptation (2002) und The Weather Man (2005), wo er zeigen durfte, dass er auch mehr kann als manisch und hysterisch in die Kamera zu grinsen. Anyway, mittlerweile hat Nicolas Cage seinen Ruf als wahnsinniger Overacter weg; absolut zurecht ist er aktuell mehr Meme als Schauspieler, geliebt und gehasst wegen seiner furiosen, bizarren Auftritte, oft verspottet, selten wertgeschätzt. Und ohne wieder eine große Verteidigungsrede auspacken zu wollen: Der Mann kann was. Der Mann kann mehr und hat es sicher nicht verdient, in zahllosen billigen Revenge Thrillern verbraten zu werden. Panos Cosmatos‘ Mandy (2018) hat durchaus das Potential den Ruf von Nicolas Cage wiederherzustellen und auch mehr: Immerhin scheint er fast so was wie eine Verbrüderung zu sein von Cages letzten, platten Rachethrillern, seinem Hang zum Exzentrischen und seinen – zumindest früher – immer wieder überraschend künstlerischen Arbeiten. Denn Mandy ist ein B-Movie Revengethriller, verpackt in einem sehr artifiziellen, zäh fließenden Höllentrip; eine düstere Ode an das simple Action-, Barbaren- und Horrorkino der 80er Jahre, aber auch eine Verbeugung vor dem Surrealismus, dem Giallo und sogar den symbolistischen Werken eines Tarkowskij. Selten zuvor war es so aufregend, Nicolas Cage in Aktion zu sehen.

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Die besten Filme 2018: Blackkklansman

Über 30 Jahre dauerte es, bis der ehemalige Undercover-Polizist Ron Stallworth mit den Erinnerungen an seine Arbeit an die Öffentlichkeit gehen sollte. Und was waren das für Erinnerungen! Nicht nur, dass er seit 1972 der erste schwarze Polizeibeamte in Colorado Springs war, er infiltrierte 1978 auch erfolgreich den Ku-Klux-Klan und schaffte es dabei sogar den Grand Wizard David Duke am Telefon von seiner 100% rein weißen Abstammung zu überzeugen. Kein Wunder, dass seine Autobiografie Black Klansman (2014) für Legendenbildung taugt. Und wer wäre besser dafür geeignet, diese weiterzutragen, als die Ikone des New Black Cinema, Spike Lee. Entsprechend hoch dürfen die Erwartungen an den Film Blackkklansman (2018) sein, zumal dieser im Jahr zwei der Präsidentschaft Trump, in Zeiten von rassistischen Charlottesville-Aufmärschen und Alt-Right-Allmachtfantasien wie Arsch auf US-Eimer passt.

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Kurzrezensionen: Wer ist Hanna?, The Human Centipede (First Sequence), Die Tür

Tja, wer bei diesem Wetter seine Zeit mit Filmen vergeudet, ist natürlich selbst schuld… Umso ärgerlicher, wenn das bemusterte Material sich tatsächlich nach Zeitverschwendung anfühlt. Ganz so schlimm kommt es mit den Werken der aktuellen Kurzrezensionen nicht. Wer ist Hanna? (2011) entpuppt sich als spannender Thriller, dessen wenig originelle Handlung von der herausragenden Inszenierung abgefangen und abgefedert wird, The Human Centipede (2010) ist ohnehin schon so etwas wie ein Gaga-Ekel-Klassiker und Die Tür (2009) vermag es zumindest überdurchschnittliche Mystery-Unterhaltung zu generieren. Alle drei ausführlich durchleuchtet, nach dem Klick.

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Die besten Gerichtsfilme und Justizthriller der 90er Jahre

Einen kleinen Thrillernachschlag haben wir noch…  auch wenn das meiste hier ein bisschen weiter geht. Gute Gerichtsfilme vermögen es nämlich weitaus mehr zu sein als übliche Crime-Kost. In der stickigen und klaustrophobischen Atmosphäre von Gerichtssälen können sich große menschliche Dramen abspielen, spannende Krimis und sogar – wie zumindest einer unserer Filme unter Beweis stellt – höchst amüsante Komödien. Das Gericht wird mit seinen eigenen Spielregeln und sozialen Schranken zum Schauplatz von Universellem, Speziellen, von Zwischenmenschlichem, von Würde, Kampf aber auch von Abgründen… Anyway, in all den hier genannten hervorragenden Filmen steht Justizia im Mittelpunkt, mal blind, mal sehend, mal abwägend, mal der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfend. Großartige Kammerspiele unter den Händen des Gesetzes. Nach dem Klick…

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Die besten Drogenfilme der 90er Jahre

Wir gehen weiter in unserer 90er Retrospektive zu einem wahrscheinlich nur vermeintlich kleinen Subgenre, das in diesem Jahrzehnt omnipräsent war. Drogen waren der Pop dieses Jahrzehnts. Auf die eher düsteren 80er folgte eine hedonistische Dekade, in der möglichst lange, euphorisch und ekstatisch gefeiert wurde. Ectasy wurde schnell zur Modedroge Nummer eins, und ebenso wie sich LSD auf das Wirken vieler Filmemacher der 60er auswirkte, hatten die 90er-Rauschmittel Einfluss auf die Filme ihrer Zeit. Es gab den Heroin-Chic, es gab die Ecstasy-Coolness und die Kokain-Dekadenz. Doch genau wie es in den Kriegsfilmen der Dekade nur selten wirkliche Gewinner gab, sind auch die hier nominierten Filme kein affirmatives Statement für Drogen, sondern spiegeln in ihren besten Momenten all jene Ambivalenz wider, die der Kultur des Rausches seit jeher anhaftet.

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Die schlechtesten Filme der 90er Jahre: Warum Sliver da nicht rein gehört

Während Basic Instinct gerne des öfteren als gelungener Vertreter des in den 90ern boomenden Erotikthrillers herangezogen wird, gilt die Verfilmung von Iran Levins Roman „Sliver“ als eines der klassischen miesen Machwerke des Genres. Schon bei Veröffentlichung von der Filmpresse harsch kritisiert, gilt der Film mit einem 13% Rating bei Rotten Tomatoes als einer der schlechtesten Filme der 90er überhaupt. Immerhin weist er auch genau das auf, was einen Film per se schon einmal verdammenswert macht: MTV-Schnitte, Sex & Crime, eine extreme Verkürzung und Simplifizierung der literarischen Vorlage, die erotikfilmische Ausschlachtung Sharon Stones im Fahrwasser des Erfolges von Basic Instinct… Aber was ist es genau, was Sliver vermeintlich so verachtenswert macht? Und ist der Film tatsächlich so schlecht, wie vom Gros der Kritiker behauptet?

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Die extremen, polarisierenden und kontroversen Filme der 90er Jahre II

Hier kommt sie, die zweite Ladung der provozierenden und extremen Filme der 90er Jahre. Düstere Destruktionen der amerikanischen Gesellschaft in Gummo, eine verstörende Mischung von Sex und Gewalt in David Cronenbergs Crash, politischer Aktivismus im verschwörungstheoretischen Gewand von Oliver Stone in JFK – Tatort Dallas, bewusster Dilettantismus und die Reduktion des Filmischen auf das Notwendige bis hin zur vollkommenen inszenatorischen Nacktheit bei Lars von Triers Idioten und schließlich Perdita Durango, der Mitreiter auf der Welle des Tarantinoesken Kinos, der mit seiner zugespitzten, ungebrochenen Sympathie für die gewalttätigen Protagonisten aus dem Gangsterkino der 90er heraussticht.

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Die extremen, polarisierenden und kontroversen Filme der 90er Jahre I

Wenn man diese Kategorie mit der selben der 2000er Jahre vergleicht, stellt man fest, dass die Kinozuschauer und vor allem Kritiker in den 90ern weitaus dünnhäutiger waren als im 21. Jahrhundert. Scheinen die extremen und kontroversen Filme der letzten Dekade tatsächlich infam bis zur berechtigten Wut vieler Zuschauer, wirken die 90er dagegen fast schon handzahm; oft genug scheinen die provokanten Filme wie Basic Instinct dem Prinzip „Viel Lärm um nichts“ zu folgen. Aber das ist retrospektiv natürlich leicht zu sagen und wer weiß schon, wie das Publikum in zehn Jahren über die Aufreger unserer Zeit schmunzeln wird… Egal, auch die 90er waren für so manche cineastische Provokation, für so manchen Tabubruch gut. Und mitunter hatte die Aufregung um den jeweiligen Film auch eine gewisse Berechtigung. Auch an dieser Stelle gilt wie beim letzten Mal: Nicht alle hier auftauchenden Filme sind Meistwerwerke, manche fallen sogar eher in die Kategorie ‚unterdurchschnittlich‘. Aber durch ihren Mut beziehungsweise ihre Dreistigkeit oder eben auch ihre offene Infamität haben sie sich ihren Platz im Filmkanon verdient… und sei es nur, um daran zu erinnern, dass das Kino auch immer ein Ort der Skandale und Skandälchen sein kann.

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Die besten Filme der 90er und 00er Jahre: Was ist eigentlich mit dem Slasher-Genre?

Genau! Was ist eigentlich mit den ganzen Schlitzern und Stechern, den maskierten Mördern, den masskarierten Teenagern und traditionellen Regeln? Immerhin hat es nach dem großen Erfolg von Scream und dessen beiden Fortsetzungen eine ganze Reihe von Slasher-Filmen gegeben, die mehr oder minder erfolgreich waren. Haben die nicht ihren Platz in einer vernünftigen 90er Horrorfilmretrospektive verdient? Auch wenn es nur ein Revival war? Schließlich sorgten auch das Torture-Porn und Zombie-Revival für einige Horror-Hochkaräter der 00er Jahre… Gerade angesichts des überraschenden vierten Teils der Scream-Franchise – quasi das versuchte Revival des Revivals – lohnt es sich doch noch einmal einen Blick auf die großen Teenslasher der 90er Jahre zu werfen und zu fragen, warum diese irgendwie nicht so recht in die Annalen der Horrorfilmgeschichte eingehen wollen.

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Die besten Filme der 90er Jahre: „Wo bleibt denn Four Rooms?“

Na, das haben sie sich aber mal fein ausgedacht. Vier Regisseure, die allesamt für die Popularisierung des Independentkinos, bzw. die Verzerrung des Popcornkinos stehen, haben sich im Jahre 1995 zusammengefunden um einen kleinen Episodenfilm zu drehen: Allison Anders, Alexandre Rockwell, Robert Rodriques und Quentin Tarantino, das liest sich ja schon mal recht gut, quasi das who-is-who des postmodernen Unterhaltungskinos, das nicht mit Fremd- und Selbstreferenzen geizt. Jeder Regisseur schreibt schnell ein Drehbuch und führt bei der entsprechenden Episode auch gleich Regie. Dann suchen sich die Verantwortlichen irgendeinen gerade so passenden Hauptplot aus, der die einzelnen Geschichten so gut wie möglich zusammenschweißt und fertig ist der Silvester-Hit.

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Kurzrezensionen: Greenberg, Unknown Identity, Frozen

Noch ein paar Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Auch alles andere als hochaktuell. Greenberg wollte ich schon ewig rezensieren, bin ich aber nie so richtig dazu gekommen. Unknown Identity ist auch schon etwas länger her – da hätte es eigentlich sogar für eine zeitnahe Kinostartrezension gereicht – habe den aber irgendwie verdrängt, was gegenüber diesem grundsoliden, unterhaltsamen Thriller schon etwas ungerecht ist. Achja und den Direct-to-DVD Survivalthriller Frozen. Den habe ich als Letztes gesehen. Und würde ihn dann doch gerne so schnell wie möglich vergessen.

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Rezension zu Vollblüter – Thoroughbreds (2018)

Teenager als Protagonisten haben im Kino des 21. Jahrhunderts eine beachtliche Renaissance erlebt. Dem Vorreiter Hunger Games nachhechtend erschienen in den letzten zehn Jahren zahllose Epigonen, die alle dem selben Rezept folgten: Ein wenig Teenage Angst, ein wenig Teenage Lust, ein wenig Teenage Anger, das ganze eingebettet in ein Fantasy/SciFi-Szenario, ein bisschen dystopisch, ein bisschen utopisch und alles in allem meistens ziemlich berechenbar und für die wenigsten Zuschauer jenseits der 30 tatsächlich unterhaltend. Ein wenig in Vergessenheit geraten ist dabei ein Genre, das vor allem in den 80er und 90er Jahren einen wahren Boom erlebte und für so manchen gelungenen Teenagerstreifen gut war: Der High Society Teenager Thriller. Auch dieser folgte gerne einer gewissen, ab einem bestimmten Moment sehr überstrapazierten Formel: Protagonistinnen, die viel zu reif für ihr Alter waren, eine glitzernde, reiche und dekadente Welt, hinter deren Fassade sich dunkle Abgründe offenbarten, eine Brise schwarzer Humor und eine Menge „Heh, die da oben sind aber ziemlich verdorben“-Katharsis für das gemeine Publikum: Heathers, Eiskalte Engel und in den letzten Jahren unter anderem Stoker sind seine Vertreter. Und auch wenn die Filme dieser sehr klar begrenzten Nische allzu oft in Formelhaftigkeit und Vorhersehbarkeit abdriften, so sind sie generell doch weitaus spannendere Teenagerunterhaltung auch für Nicht-Teenager als all die Maze Runners, Divergents und Twilights der letzten Dekade.

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Kurzrezensionen: Revanche, Buried, Megamind, Wall Street 2, Hot Tub Timemachine

Bevor die ganz unter den Tisch fallen… ein paar Filme unter der Prämisse „Was habe ich in letzter Zeit so alles an Kino verpasst, weil ich mit der Aufarbeitung der cineastischen 90er Jahre beschäftigt war?“ kurz rezensiert. Das puristische Revengedrama Revanche, Dreamworks Familienunterhaltung mit dem Superschurken Megamind, ein düsteres und beklemmendes Kammerspiel auf wirklich engstem Raum in Buried, die Wall Street Fortsetzung „Geld schläft nicht“, sowie 80er-Nostalgie inklusive albernem Humor für kleine Jungs bei Hot Tub Timemachine.

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