Kategorie: Serienrezensionen

Die besten TV-Serien der 90er Jahre IV

Auf zum letzten Teil unserer 90er TV-Kanonisierung. Dieses Mal gibt es viel Teenagerherzschmerz, einmal der realistischen und zugleich hochästhetischen Art mit der wundervollen Drama-Serie Willkommen im Leben, einmal als warmherziges Nostalgie-Paket Wunderbare Jahre. Neben Teenagern war die Dekade gegen Ende besonders von den Arzt- und Krankenhausserien geprägt. Der Vorreiter Emergency Room soll hier nicht unterschlagen werden, ebenso wenig die makabere, surreale Umsetzung des Topos in Lars von Triers grotesker Horrorserie Hospital der Geister. Zum Lachen gibt es dann aber auch noch was: Das großartige Review-Format Mystery Science Theater 3000 und die sarkastische, trockene High School Außenseiterin Daria. Alles ordentlich sortiert und rezensiert… nach dem Klick.

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Die besten TV-Serien der 90er Jahre III

Ich glotz TV, die Dritte. Auch dieses Mal gibt es eine exquisite Mischung aus tollen Kindheitserinnerungen und heute noch bestens funktionierenden Serien. Die Simpsons haben beides zugleich zu bieten, während die beiden Mystery-Serien Sliders und Outer Limits doch sichtlich gealtert sind, auch wenn sie immer noch zu unterhalten wissen. Familie Heinz Becker fällt wohl eher in die Ecke „nostalgischer Regionalstolz“, während South Park bereits seine spätere globale Klasse erahnen lässt. Achja und mit Roseanne hat sich doch tatsächlich wieder eine Sitcom eingeschlichen, eine ganz ganz klassische sogar, die im Gegensatz zu vielen anderen Comedy-Programmen der 90er aber überraschend würdevoll gealtert ist. Warum, lest ihr nach dem Klick.

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Die besten TV-Serien der 90er Jahre II

Im ersten Teil habe ich ja besonders durch die rosarote Nostalgiebrille geschrieben und empfohlen. Die gibt es dieses Mal auch, allerdings nur in einem Fall: Dem wunderbaren, cheesy 90er-Teenager-Prototypen Parker Lewis, der Coole von der Schule. Ansonsten wird es im zweiten Teil weitaus ernster und düsterer. Mit Twin Peaks und Akte X kann ich gleich zwei Mystery-Klassiker empfehlen, an die sich alle 80er Jahrgänge wahrscheinlich noch gut erinnern können und die alle zu spät Geborenen schleunigst nachholen sollten. Dazu gesellt sich mit NYPD Blue ein echter Crime-Klassiker, aus einer guten alten Zeit, in der Thriller-Serien nicht nur daraus bestanden, in Leichen rumzupuhlen. Ein bisschen Science Fiction gibt es dann auch noch mit dem zweiten großen 90er Star Trek Ableger, der umstrittenen Soap im Weltraum Deep Space Nine. Und wenn es einfach nur klassische Sitcom-Unterhaltung sein soll… kein Problem. Der Comedy-Klassiker Seinfeld zeigt allen Kings of Queens und two and a half men wie echter Humor auszusehen hat.

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Die besten TV-Serien der 90er Jahre I

Serien-Unterhaltung die Erste: Wie schon in der 00er Retrospektive will ich zum Abschluss der 90er Kanonisierungs-Tour-de-Force noch einen kleinen Blick auf die TV-Landschaft des Jahrzehnts werfen. Gleich zu meiner Entschuldigung: Die meiste Zeit über in den 90ern war ich ein Jugendlicher, die andere Zeit ein Kind. Dementsprechend nostalgisch ist dieser Rückblick gefärbt. Es gibt mit Sicherheit mehr als genug Kandidaten, bei denen man heute denken könnte: What? Wieso gehören die da rein? Sollten hier nicht die besten Serien stehen? Nun, die TV-Erzeugnisse der 90er Jahre sind tatsächlich um einiges ruppiger gealtert als die cineastischen Perlen. Und ja, dieser Rückblick ist durch die rosarote Nostalgie-Brille geschrieben. Aber was solls. Ich habe diese Serien geliebt. Und die meisten liebe ich auch heute noch. Manche – wie die Batman Zeichentrickserie – habe ich sogar weitaus später erst für mich entdeckt. Aber den Großteil machen eben doch die Nostalgiehits aus: Star Trek TNG, Are you afraid of the Dark?, Alfred J. Kwak, Picket Fences… Gott, was habe ich die abgefeiert, was habe ich jeder neuen Folge entgegen gefiebert! Insofern teile ich an dieser Stelle auch einfach ein Stück Erinnerungskultur… Ähm, ja: Viel Spaß damit.

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Feuerwehrmann Sam – Wie eine Kinderserie sehr viel richtig und zugleich sehr viel falsch machen kann

Fireman Sam (1987 – heute) ist ein Phänomen. Und zwar eines, das jemand der keine Kinder hat, zumindest in Deutschland wohl kaum kennen wird. Denn auch wenn das Original Feuerwehrmann Sam bis in die 80er Jahre zurückgeht, verdankt die Serie ihre enorme Popularität in Deutschland gerade vor allem Amazon Prime und Netflix, wo sie für viele KITA-Kinder so etwas wie der Sandmännchen-Ersatz geworden ist. Mein Dreijähriger schwört auf jeden Fall seit mindestens einem Jahr auf die walisische Stop-Motion-Produktion (auch wenn sie in den letzten Monaten ordentliche Konkurrenz von den Fellfreunden der Paw Patrol erhalten hat) und ist damit nicht allein in seiner KITA. Irgendwie nachvollziehbar: Die zehnminütigen Episoden der Serie besitzen alles, was Kleinkinder lieben: ES gibt eindeutige Charaktere ohne Grauschattierungen, die Geschehnisse sind äußerst repetitiv, die Narration und die Inszenierung sind so schlicht wie notwendig, um auch kleinste Zuschauer nicht zu überfordern. Man mag als Erwachsener mit den Augen darüber rollen, aber die Schöpfer von Feuerwehrmann Sam haben verstanden, was kleinste Kinder lieben und haben damit ein vollkommen zurecht erfolgreiches Produkt auf den Markt. Hin und wieder lässt sie sogar selbstironische Züge erahnen, insbesondere wenn sie auf die Schippe nimmt, in welche absurden und bizarren Unfallsituationen ihre Protagonisten geraten. Aber, so viel die Serie auch richtig macht, so viel macht sie auch falsch.

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Rezension zu Black Mirror, Staffel 5 (2019)

Zum größten Teil boten bis dato alle Black Mirror Staffeln großartige TV-Unterhaltung. Das „Zum größten Teil“ muss hier allerdings betont werden, einfach, weil es auch immer wieder Aussetzer gab. Irgendwie auch logisch bei einer Serie, die von Episode zu Episode ihr Setting, ihre Motivik, ihre Geschichte und sogar ihre Erzählhaltung ändert. Black Mirror hat sich immer viel gestaltersiche Freiheit herausgenommen. Lose zusammengehalten durch die Prämisse, Parabeln auf unsere technologisierte, digitalisierte und progressive Gesellschaft zu entwerfen, waren die Einzelfolgen mal sau witzige Satiren, mal düstere Symbolgeschichten, mal emotionale Dramen, spannende Science Fictioneers oder brutale Actionflicks. Gerade die fehlende Kohärenz machte dabei jede neue Folge erneut spannend. Und dazu gehörte auch immer die Frage: Wie der heurige Entwurf aufgehen? Meistens lautete die Antwort „Ja“. Aber über alle Staffeln hinweg gab es doch vereinzelte Episoden, bei denen die Antwort „Ja, mit Einschränkung“ oder ganz selten sogar schlicht „Nein!“ lautete. Kein Problem: Bei fast 20 Einzelteilen kann man sich ganz gut mit Rohrkrepierern abfinden. In der aktuellsten, fünften Staffel sieht es jedoch leider anders aus…

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Netflix-Serienempfehlung: The Umbrella Academy, Staffel 1

Netflix ist ja gerade (gezwungenermaßen) so ein bisschen dabei, in seinem Marvel Universum aufzuräumen. Konkret heißt das: Es wird gecancelt, was sich noch canceln lässt. Nach Luke Cage, Iron Fist und sogar dem Marvel-Netflix-Flagschiff und Pionier der Superheldenserien Daredevil trifft es nun auch Jessica Jones und The Punisher. Das Netflix/Marvel-Dreamteam gehört damit der Vergangenheit an. Natürlich ist es leicht, hinter all dem wirtschaftspolitische Interessen zu vermuten: Während Disney fleißig an seinem eigenen VoD-Service arbeitet, musste Netflix ordentlich in die Tasche greifen, um die zu Disney gehörenden Marvelproduktionen zu lizenzieren. Aber es dürfte noch mehr dahinter stecken, dass selbst die Kritikerlieblinge unter den Superheldenserien ins Off verschwinden: Eine gewisse Sättigung, wenn nicht gar Übersättigung hat sich breit gemacht, was seriell erzählte Superheldenstoffe betrifft. Das Marvel Cinematic Universe, das immer wieder neue Publikums- und Kritikerlieblinge produziert, ist einfach nicht die Regel, sondern die Ausnahme. DC stolpert im Kino von Verriss zu Verriss, während seine Serien gerade mal unter „ferner liefen“ verbucht werden können und irgendwo in den schattigeren Ecken von Amazon Prime ihr trauriges Dasein fristen. Und auch die zahllosen Marvels blieben von der Übermüdung des Publikums und der Kritik nicht unberührt, was schließlich dazu führte, dass neue Serien-Iterationen in den letzten Jahren immer argwöhnischer betrachtet wurden. Selbst gelungene Variationen der klassischen Superheldenschemata sorgten eher für wohlwollendes Nicken als für wahre Begeisterungsstürme und selbst progressivere Formate wie Jessica Jones standen doch immer im Schatten der einfach zu viel vorhandenen cineastischen Begleiter.

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Die besten TV-Serien der 2000er Jahre I

Bevor wir unsere 00er Retrospektiven endgültig ad acta legen, werfen wir noch einen kurzen Blick auf die TV-Landschaft. Hier ist tatsächlich viel passiert im letzten Jahrzehnt, selbst wenn es nur die letzten Atemzüge eines sterbenden Mediums waren. Es gab spannende und große Serien, insbesondere aus den USA. Serien die im Budgetbereich locker mit aktuellen Kinoproduktionen mithalten können, aber auch kleine, feine unabhängige Produktionen: Komisches, Tragisches, Spannendes, Phantastisches und Mysteriöses… und wieder einmal unmöglich in einen Artikel passend. Daher hier erst einmal Teil 1 unserer 00er TV-Serienretrospektive.

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Family Guy… oder: Wie man geschickt die Simpsons dekonstruiert

Zum Diskurs über die schwarzhumorige Zeichentrickserie Family Guy gibt es ein äußerst aussagekräftiges Zitat, ausgerechnet in der ebenfalls schwarzhumorigen Konkurrenzserie South Park. In der Folge Cartoon Wars beschwert sich Eric Cartman lautstark darüber, dass alle automatisch davon ausgehen, er müsse doch Family Guy mögen, schließlich träfe die Familie Griffin genau seine Art von Humor. Im folgenden Pamphlet echauffiert sich der Antiheld Cartman darüber, dass seine Witze kontextbezogen, sinnvoll in eine Geschichte eingebettet seien, während Family Guy nur aus der Aneinanderreihung sinnloser Clips bestünde. Im Verlauf der selben South Park Folge wird schließlich aufgedeckt, dass die Autoren von Family Guy Seekühe sind, die per Random-Prinzip sinnlose Clips zusammenstellen aus denen später jeweils die Folgen bestehen.

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Be seeing you, Number Six! – Das “The Prisoner” Remake von 2009

Be seeing you! – war der geflügelte Abschiedsgruß der Einwohner des namenlosen Dorfes „The Village“ in der britischen Serie „The Prisoner“ (Lief im deutschen Fernsehen unter dem Titel „Nummer 6“). Die psychedelische, surreale Agentenserie von 1967 ist mehr als nur eine von vielen Schirmen, Charmeuren und Melonen. Sie ist der Prototyp der modernen Mysteryserie, die heuer eine abermalige Renaissance erlebt. Wer sich jemals fragte, was eigentlich hinter dem mysteriösen weißen Ballon steckt, wer immer schon wissen wollte, wer nun tatsächlich die ominöse Number One ist und wer immer wieder den Sinn eines Heile-Welt-Gefängnisses inklusive nummerierter Bewohner hinterfragt hat, der weiß, dass die ganzen X-Akten, Losts, Outer Limits und Twin Peaks nichts anderes sind als Epigonen. All die Mysterien, obskuren Ereignisse und ungelösten Irrealitäten der jüngsten TV-Geschichte wären unvorstellbar ohne das britische Vorbild.

Und was passiert nun? Ein Remake! Eine nur sechsteilige Miniserie (Das Original brachte es immerhin auf 17 Episoden) und dann auch noch ausgerechnet aus den USA, der Albtraumfabrik für Remakes, die ihrem Original Schande bereiten. Das kann doch nur in die Hose gehen. Oder?

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Game of Thrones: Recap, Staffel 4

01So jetzt aber noch schnell, bevor der Serienherbst eingeleitet wird, ein paar Gedanken zur vierten Staffel von Game of Thrones. Ist kein tiefschürfender, analytischer Recap sondern eher eine (etwas launige) Beurteilung der verschiedenen Handlungsfaden der gesamten Season. Warum Game of Thrones suckt (und ich die Serie trotzdem großartig finde), habe ich ja schonmal ausführlich beschrieben. Viele der dortigen Kritikpunkte finden sich auch in Staffel vier wieder, obwohl ich mich mittlerweile mit vielen Schwächen der Serie abgefunden habe. Ansonsten gilt: Achtung, Spoiler ahead, ebenso wie ein paar kritische – mitunter auch giftige – Anmerkungen zu den jüngsten Entwicklungen in Westeros.
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Why Game of Thrones sucks… a little bit

Diese verdammten Wetterwechsel schlagen ganz schön auf meine Stimmung, lassen mich sogar ein bisschen griesgrämig werden. Was gibt es also schöneres in diesem meteorologisch so konfusen Jahr, als den Missmut mit der ganzen Welt zu teilen? Ich mache das in diesem Fall, indem ich die heilige Kuh der derzeitigen Serienlandschaft zur Schlachtbank führe. Versteht mich nicht falsch! Ich hatte bis jetzt eine Menge Spaß an Game of Thrones, und wenn die Serie einfach nur beschissen wäre, wäre ich mit Sicherheit nicht bis Staffel 3 – und wahrscheinlich auch darüber hinaus – dabei geblieben. Was ich allerdings immer wieder feststellen musste in letzter Zeit, ist, dass die Serie von Serienfans mit Geschmack viel zu oft zum besten derzeit laufenden US-Import erklärt wird, gerne auch zur besten Serie überhaupt. Und das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ja, Game of Thrones ist cool, unterhaltsam, verdammt spannend, hat echt große Momente und so weiter… Aber ein Meisterwerk? Seriously? Dafür hat das Teil einfach zu viele Mängel, zu viele Schattenseiten, und genau denen werde ich mich im folgenden Text widmen: Also gleich zwei Warnungen: Erstens, es wird jetzt erst einmal gehässig. Wessen Fanherz das nicht verkraftet, der sollte nicht weiterlesen. Fanboy/girl-Rage bitte unten in die Comments. Zweitens, der folgende Text ist voller Major-Spoiler. Wer die ersten drei Staffeln Game of Thrones noch nicht gesehen hat, und die Serie noch ungespoilert genießen will, sollte ebenfalls aufs Weiterlesen verzichten. Ich habe die Bücher btw. auch nicht gelesen und habe es auch nicht vor: Vorwürfe nach dem Prinzip „Das ist in den Büchern aber ganz anders/ Das solltest du nicht unterschlagen“ können mir daher gestohlen bleiben. Und jetzt viel Spaß mit meinem vollkommen objektiven, die Serie ins rechte Licht rückenden Rant: Why Game of Thrones sucks… zumindest ein bisschen…

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Empathie und Neugierde als Konzept – Alexander Kluge zum Achtzigsten

Ich würde gerne behaupten, dass mein erster Kontakt zu Alexander Kluge im Schauen des Meisterwerks Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos (1968) bestand, oder im Lesen des Klassikers Öffentlichkeit und Erfahrung (1972). Ich befürchte aber, dass ich wie so viele andere meiner Generation auf Kluge zum ersten mal im Fernsehen gestoßen bin. Und sei das nicht schlimm genug auch noch im Privatfernsehen, irgendwann im Nachtprogramm beim Zappen zwischen Tutti Frutti und Schulmädchen-„Reportagen“… und wahrscheinlich ebenfalls verbunden mit der Frage: “Was soll das? Ich will Stoff für meine frühpubertären Hormone, keinen Mann, der im Mönchskostüm zum fünften Evangelium befragt wird!” Der Mann im Mönchskostüm war Peter Berling, und Alexander Kluge existierte seinerzeit für mich nur als Stimme hinter der Kamera, die mit skurrilen und intelligenten Nachfragen den Historiker in seiner Rolle immer wieder ordentlich in die Bredouille brachte.

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Großartige TV-Unterhaltung: Der Tatortreiniger

Machen wir uns nichts vor: Die deutsche TV-Comedylandschaft liegt nicht nur brach, sie hat das im Prinzip schon immer getan. Diether Krebs und Iris Berben in allen Ehren, aber auch Sketchup war nie wirklich lustig; und ein Land, das diesen Comedy-Flick zu seinen humoristischen TV-Höhepunkten zählt, kann alles in allem nicht besonders viel Humor besitzen. Verständlich, dass sich auch kaum jemand hierzulande darüber aufregt, wenn wir von den South Park Machern als kollektiv humorlos verspottet werden, wenn unserer Humorlosigkeit gar eine ganze Episode gewidmet wird… Sie haben ja recht! Okay, es gab Loriot und der war wirklich groß. Aber darüber hinaus? Otto? Vielleicht vor zwanzig Jahren mal für fünf Minuten. RTL Samstag Nacht? Ein Saturday Night Live Rip-Off und bei weitem nicht so gut wie das Original. Alles Atze? Bitte! Dass es nur wenige rühmliche Ausnahmen im hiesigen TV-Betrieb gibt, wäre nicht so schlimm, wenn diese nicht so sträflich unter Wert verkauft, vernachlässigt oder auf die Arschloch-Sendeplätze verbannt werden würden. So gerade erst geschehen mit der herausragenden NDR-Comedy-Serie Der Tatortreiniger.

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Schluss mit lustig! – Rezension zur fünften Stromberg-Staffel

Das ging dann alles doch schneller als vermutet. Im Überschwang der Vorfreude habe ich mir letzte Woche die Limited Pop-Up Edition zur fünften Stromberg-Staffel bestellt und deren Ankunft eigentlich erst die kommende Woche erwartet. Naja, Amazon hat mich bereits am Freitag mit dem Päckchen überrascht und das Wochenende war gerettet. Am Samstag Abend war ein Stromberg-Marathon angesagt: Immerhin 10 Folgen à 20 Minuten warteten darauf entdeckt und abgefeiert zu werden… Und es hat sich wieder einmal gelohnt. Nur soviel im Voraus: Die fünfte Staffel gehört mit zum Besten, was es von der großartigen Comedyserie – die ja alles andere als arm an Höhepunkten ist – bis dato zu sehen gab. Ich versuche die folgende Review so spoilerfrei wie möglich zu halten, was bei einer Serie natürlich immer etwas schwieriger ist. Wer Stromberg, Staffel 5 also so unbefleckt wie möglich sehen will, sollte gar nicht erst weiter lesen… wem ein kleiner, leicht verspoilerter Vorgeschmack nichts ausmacht, here we go.

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„Büro ist wie Achterbahnfahren!“ – Stromberg-Retrospektive (Staffel 1 – 4)

Ich liebe Stromberg (2004 bis heute), seitdem die Serie das erste Mal über die deutschen Fernsehbildschirme flimmerte. Das Rip-Off der (ebenfalls genialen) britischen Satire The Office (2001 – 2003) gehört für mich zu den wenigen Fällen, bei denen das Remake besser funktioniert als das Original. Vielleicht liegt es daran, dass die Mockumentary und Parodie des klassischen Büro-Muffs, die Kombination aus Biedermeierei, fehlender Sensibilität und dreister Inkompetenz noch besser zur deutschen Arbeitswelt passt als zur britischen Mentalität. Vielleicht liegt es daran, dass Autor Ralf Husmann damals genau wusste, wo er die Vorlage abändern muss, wo er konkret Dinge finden konnte, die deutsche Verhaltensauffälligkeiten perfekt persiflieren. Vielleicht liegt es auch am herausragenden Cast, von Christoph Maria Herbst bis zu Bjarne Mädel. Auf jeden Fall war Stromberg immer groß… auch in seinen schwächeren Momenten. Kurz vor der fünften Staffel, die am 8. November auf Pro Sieben startet, will ich an dieser Stelle noch einmal einen kleinen Blick auf die Vergangenheit des „schlechtesten Chefs der Welt“ werfen.

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Das Ende von LOST erklärt- …Oder zumindest ein Interpretationsversuch

Achtung! Dieser Artikel enthält massive Spoiler für sämtliche Folgen und Staffeln von LOST. Wer die Serie noch nicht komplett (!) gesehen hat, aber vorhat dies noch zu tun, sollte es tunlichst vermeiden weiter zu lesen, sofern er sich nicht den Spaß an unzähligen Überraschungen und Mindfucks kaputt machen will. Der Artikel richtet sich an Fans und Zuschauer der Serie und setzt entsprechend Kenntnisse über das Geschehen von LOST voraus.

„It only ends once, anything that happens before is just a progress!“ Es ist vollbracht, LOST ist zu Ende. Nach sechs Jahren und ebenso vielen Staffeln, nach unzähligen Mysterien geht eines der größten Serienereignisse dieses Jahrzehnts dem Ende entgegen. Und was war das für ein Ende! Zahllose Fans diskutieren sich – wie schon bei den Staffeln zuvor – die Köpfe heiß, lästern, weinen, freuen sich einfach oder sind schlicht und ergreifend erbost über den Abgang, der viele Fragen offen und unbeantwortet ließ. Gerade der himmelschreiende Pathos, mit dem die letzten 90 Minuten garniert wurden, sorgt für so manches Kopfschütteln, ebenso die religiöse, spirituelle Metaphorik und Auflösung sämtlicher Ereignisse und natürlich nicht zuletzt auch das Unterlassen vieler Antworten, das Offenlassen vieler Plot-Teile und das Ignorieren vermeintlicher Schlüsselszenen.

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South Park: Season 15 – Was bisher geschah…

Die schönste Zeit des Jahres steht kurz bevor. Am 27. April 2011 startet die 15. South Park Staffel, kurz nachdem Trey Parker und Matt Stone einen Vertrag für weitere drei Staffeln bei Comedy Central unterschrieben haben. Für schwarzen Humor und infamen Zeichentrick ist für die nächsten Jahre also gesorgt. Und da es nun wirklich nicht mehr lange dauert, bis wir die neuesten Folgen der beliebten, qualitativ erstaunlich konstanten, schwarzhumorigen Zeichentrickserie online genießen können, lohnt sich doch nochmal ein kleiner Rückblick auf die vergangene Staffel, um den Appetit auf das kommende Material von Trey Parker und Matt Stone anzuheizen.

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Schlingensief-Retrospektive: Talk 2000

Deutschland 1997. Die Talkshows des Privatfernsehens boomen: Hans Meisner, Ilona Christen, Andreas Türck… es nimmt kein Ende. Wie Pilze schießen sie aus dem Boden: Lauter, aggressiver, hektischer… Und Christoph Schlingensief ist der Meinung, dass jeder, wirklich jeder eine Talkshow moderieren kann. Um das zu beweisen, nistet er sich im Keller der Berliner Volksbühne ein, lädt Gäste und Freunde, Prominente und Leute von der Straße und fabriziert acht Sendungen seines ganz eigenen Trashformates: Talk 2000; Zurück zum Privaten…

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