Schlagwort: Action

Die besten Epen und Historienfilme der 80er Jahre III

Einen über Episches und Historisches aus den 80ern habe ich noch, auch dieses mal mit gewisser Schubladen- und Kategorien-Unschärfe. Natürlich ist Highlander dann doch auch ziemlich viel Fantasy-, Action- und Blockbuster-Kino. Natürlich ist Fitzcarraldo auch irgendwie Abenteuerfilm und Drama. Natürlich kann man über die Historizität von Am Anfang war das Feuer streiten. Und natürlich ist Au revoir, les enfants in erster Linie eine Tragödie historischen Ausmaßes gespiegelt in einem sehr persönlichen Kindheitsporträt. Zumindest auf das epische Moment von Die Bounty können wir uns einigen, oder? Auch wenn sich da natürlich wiederum eine Diskussion über die Qualität von Roger Donaldsons Historienepos anbietet. Well, ohne Streit wäre es ja auch ziemlich langweilig.

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Alita Battle Angel (2019) – Wenn Robert Rodriguez auf James Cameron trifft

James Cameron ist so ein bisschen der Bono der Filmwelt. Gerne mit politischer Botschaft unterwegs, sind seine Werke immer ein gutes Stück größer, bombastischer und auch teurer als die Konkurrenz. Mit dem Liebesfilmepos Titanic (1997) und dem SciFi-Blockbuster Avatar (2009) hat er zwei der drei erfolgreichsten Filme aller Zeiten zu verantworten. Mit The Abyss (1989) und Terminator 2 (1991) hat er Special FX Standards gesetzt. Mit seinen Dokumentarfilmen in den frühen 2000ern und seinem Engagement auf verschiedenen politischen Feldern hat er bewiesen, dass die Botschaft für ihn ebenso wichtig ist wie ihr Träger. James Cameron ist auch der Bono der Filmwelt, weil ihm dieser Ruf gerne mal ein wenig zu Kopf steigt. War es bereits mit seinen Dokumentarfilmen so, dass er immer mehr wollte als bloße Dokumentationen, stattdessen lieber gleich das ganze Genre revolutioniert hätte, so hat er spätestens mit Avatar den Bogen überspannt. Natürlich sollte das der teuerste, größte, bombastischste und wohl auch beste Film aller Zeit werden. Mit einem fast schon religiösen ästhetischen Inbrunst ist Cameron an das Projekt herangegangen… und hat damit einen der selbstverliebtesten Filme unserer Zeit gedreht. Seitdem war erst einmal eine ausgedehnte, üppige Pause angesagt, bis er sich vor kurzem mit der Ankündigung von drölfzillionen Avatar-Sequels zurückmeldete. Aber er hatte noch ein bisschen mehr im Schlepptau: Robert Rodriguez, Tarantino-Busenfreund und B-Movie-Legende, der sich aber auch für Big Budget Popcorn Auftragsarbeiten in den letzten Dekaden nie zu schade war. Gemeinsam kündigte das neue Dream Team die Verfilmung eines 1991er Mangas an: Alita: Battle Angel (2019) ist die Vermählung zweier doch sehr unterschiedlicher Filmemacher: Perfektionist Cameron trifft auf Schluderer Rodriguez; pathetischer Bombast trifft räudige Action; Augenzwinkern trifft religiösen Ernst. Na, wenn das mal nicht in Cyberpunk-Hose geht…

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Die besten Abenteuerfilme der 80er Jahre III

So… dann wüten wir also ein letztes Mal durchs Abenteuerkino der Dekade. Das hier ist trotzdem alles andere als eine Resterampe. Auch wenn sich der ein oder andere Film in die Auswahl verirrt haben mag, der bei manchen Lesern Kopfschütteln auslösen dürfte, finden sich auch hier wieder eine Menge Hochkaräter ein… und zwar in einer ziemlich heterogenen Vielfalt: Episches Arthaus-Kino in Werner Herzogs Fitzcarraldo auf der einen, amüsanter Slapstick- und Prügel-Trash mit Bud Spencer und Terrence Hill in Zwei Asse trumpfen auf auf der anderen Seite. Klassische Hollywood-Unterhaltung Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten, realistische Wildnis-Impressionen in Der Bär, überbordernde Komik und Achterbahnfahrten in Die Götter müssen verrückt sein II und ästhetisierte, schweigsame literarische Verarbeitungen in Crusoe. Das Abenteuergenre als Spielwiese für überambitionierte Filmmacher, als Ideenraum für cineastische Poeten und als Steilvorlage für großes Action- und Comedykino. All das kompakt und mit fetter Must-See-Empfehlung nach dem Break.

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Die besten Abenteuerfilme der 80er Jahre II

Weiter geht es mit den besten Abenteuerfilmen der 80er Jahre, dem letzten Jahrzehnt, in dem dieses Genre tatsächlich noch eine gewisse Relevanz sowohl für Arthaus- und Independent- als auch das große Blockbuster-Kino hatte. Wer weiß, vielleicht erleben wir ja demnächst doch noch einmal ein etwas größeres Revival abseits von lahmen Piratenfilm-Ablegern. Bis dahin denken wir wehmütig an die gute alte Zeit zurück, als Indiana Jones und der letzte Kreuzzug sowie die Jugendversion des Abenteuer-Popcorn-Kinos Die Goonies Fantasy, Epik und Action perfekt unter einen Hut brachten, als Mosquito Coast, Greystoke und Wenn die Wölfe heulen sich in Zivilisationskritik und Überhöhung des natürlichen, kreatürlichen Leben übten, und die Zeit in der Im Rausch der Tiefe die Standards für ein beeindruckende Naturaufnahmen und herausragende Kameraführung neu definierte. So viel Nostalgie muss sein…

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Die besten Abenteuerfilme der 80er Jahre I

Neben all den großen und kleinen Genre-Irrungen und Wirrungen steht für die 80er Jahre eins fest: Sie waren die letzte Dekade der wirklich großen Abenteuerfilme des Blockbuster- und Independentkinos. Und was für ein tolles Jahrzehnt waren sie für dieses Subgenre! Schatzjagden, Erkundungen im Dschungel, in Wüsten und auf Meeren, spannende Familienunterhaltungen und düstere Reisen in die Herze der Finsternis. Es erfüllt schon mit Wehmut, dass dieses ausufernde Genre in den folgenden Jahrzehnten kaum noch Berücksichtigung geschweige denn Anerkennung fand. Abenteuerfilme, wie die hier genannten, bewegen sich immer an der Grenze zwischen Action, Spannung und Fantasy. Gerade der letzte Aspekt kann sich auf vielfache  Weise niederschlagen, sei es in mythologischen Bezügen wie im ersten Indiana Jones Jäger des verlorenen Schatzes, in tatsächlich fantastischen Szenarien wie im zweiten Teil der Reihe Der Tempel des Todes oder sei es in fantastischen Wirklichkeitsverklärungen wie in Crocodile Dundee oder Piraten. Näher an der Realität, weiter weg vom Fantastischen – aber alles andere als naturalistisch – sind da schon der vergnügte Comedy Clash of the Cultures Die Götter müssen verrückt sein sowie der spannende Ökothriller Der Smaragdwald. Für ein sehnsüchtiges in die Ferne schweifen, sind sie allesamt geeignet, und großartige Filme noch obendrein.

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Besser als sein Ruf: Masters of the Universe (1987)

Im Grunde genommen lässt sich die ganze Tragik der Verfilmung von Mattels berühmter Spielzeugreihe und dazugehöriger Zeichentrickserie in einer Erkenntnis zusammenfassen: Es ist unmöglich es nicht falsch zu machen! Wem soll man es auch recht machen? Den Filmkritikern? Klar, die winken schon ab, wenn sie nur von der Idee hören. Den Kindern, die das Spielzeug lieben? Klar, viel Spaß bei der Produktion eines infantilen 90minütigen Werbeclips für Plastikschrott. Den Fantasy-Nerds und Space Opera Fans? Klar, viel Spaß beim Messen mit Star Wars, der unendlichen Geschichte und Star Trek. Nein, zu holen gibt es bei diesem Stoff nicht viel. Kein Wunder also, dass sich Cannon Films der Verfilmung der Spielzeugsaga annahm, eine Produktionsfirma, die in den 80er Jahren vor allem durch Action B-Movies mit Chuck Norris und Charles Bronson auf sich aufmerksam gemacht hatte und folgerichtig keinen Ruf besaß, den sie ruinieren konnte. Als Regisseur wurde der No Name Gary Goddard installiert und die Hauptrolle des He-Man bekam ein hoffnungsvolles Nachwustalent namens Dolph Lundgren, der ein Jahr zuvor als russischer Gegenspieler von Rocky seine Muskelkraft demonstrieren konnte. Dass von da an nichts mehr nicht schief gehen kann, scheint eine ausgemachte Sache zu sein. Doch, Überraschung, Masters of the Universe (1987), Flop an den Kinokassen, Hassobjekt von Kritikern, ist ein unerwartet launischer, unterhaltsamer und ziemlich bombastischer Film.

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Die besten Science Fiction Filme der 80er Jahre III

Falls jemand noch auf einen Artikel wartet, der sich mit nur einer Spielart des 80er Jahre Science Fiction beschäftigt… Dieser wird nicht mehr kommen. Auch im dritten Teil gibt es einen munteren Sprung durch alle Spielarten und Abarten des Genres: Philosophisch Abstraktes in Ridley Scotts Blade Runner, noch Philosophischeres und Abstrakteres und vor allem Dystpopischeres in Lars von Triers Filmdebüt The Element of Crime, trashig angehauchte Unterhaltung im putzig naiven Zeitreise-Fantasy Hybriden Das Philadelphia Experiment, großes Space Opera Kino in Teil 2 5 der Star Wars Saga, Das Imperium schlägt zurück und gehässige Endzeitfantasien, mal satirisch, mal actionreich in Mad Max II und Robocop. Und damit genug der einleitenden Worte: Die Vergangenheit der Zukunft und die Zukunft der Vergangenheit warten.

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Die besten Science Fiction Filme der 80er Jahre II

Genre-Hybriden sind einfach das Beste… Warum auch sich mit nur einer Schublade begnügen, wenn man es sich gleich in einem Dutzend davon gemütlich machen kann? Die folgenden 80er Science Fiction Meisterwerke jedenfalls springen munter zwischen den Stühlen: Von Horror und Science Fiction (Dreamscape) von Drama und Science Fiction (Enemy Mine, Cocoon), von Action und Science Fiction (The Terminator, Aliens), von „Was zur Hölle versuchst du mir zu sagen?“ und Science Fiction (Dune – Der Wüstenplanet); und lassen sich dabei dennoch alle wunderbar dem futuristischen, utopischen/dystopischen und prophetischen Genre zuordnen.

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Die besten Science Fiction Filme der 80er Jahre I

Horror… done, Fantasy… done… Wir bleiben dem Genre-Kino treu. Je weiter es in den Jahrzehnten zurück geht, um so heikler wird das Verfallsdatum der jeweiligen Filme, und wenn es ein Genre gibt, bei dem dies besonders zum Ausdruck kommt, dann den Science Fiction. Wie schnell wirken doch die Zukunftsvisionen und High Tech Fantasien von einst albern aus heutiger Sicht. Oft scheint es naiv, wie sich damalige Kreative unsere heutige Zeit oder eine nähere Zukunft ausgemalt haben, oft scheint es übertrieben oder einfach vollkommen an den tatsächlichen Entwicklungen der Gesellschaft und Technik vorbei. Insofern gilt auch hier immer die Frage: Halten die Filme von damals dem Urteil von heute stand? Bei den folgenden Science Fiction Filmen kann die Frage durchgehend (mit klitzekleinen Einschränkungen) mit ‚Ja‘ beantwortet werden: Zeitlose Dystopik liefern Quiet Earth, Brazil und Tetsuo, während Sie leben und Star Trek IV wunderbar als Zeitdokument funktionieren, inklusive aller Naivität und Sillyness. Und auch wenn James Camerons The Abyss gealtert sein mag, begeistert er auch heute noch als epischer Sci-Fi Blockbuster. Die besten Science Fiction Filme der 80er Jahre, Fuhre eins, nach dem Klick…

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Jurassic World: Fallen Kingdom (2018) – Herrlich alberner Blockbustertrash

Das amerikanische Blockbusterkino der letzten fünf wenn nicht sogar zehn Jahre war fest in der Hand von Marvel. Natürlich gab es auch so manchen Spielberg-Hit und auch Star Wars feierte bekanntermaßen ein größeres Comeback, aber letzten Endes kamen die großen Blockbuster dann doch primär aus den Reihen der Superhelden und Superheldinnen. Das brachte zweifelsohne den Vorteil mit sich, dass das wirklich große Popcornkino in den 2010er Jahren gegenüber den davor liegenden Dekaden verflucht viel Qualität hinzugewonnen hat. Allerdings gab es auch einen entscheidenden Nachteil: Alle anderen Studios mit Blockbusterambitionen versuchten das Marvel-Erfolgsrezept zu kopieren. Das brachte neben einigen kläglichen Versuchen ein eigenes Cinematic Universe aufzubauen (*hust DC, *hust Universal Monster) vor allem viele nette, farbenfrohe aber ziemlich generische Nerd-Actioneers hervor: Viel Pathos, viel Bombast, bunte – aber nie zu grelle – Farben, eine Brise Selbstironie und eine gewisse Sterilität sind die Markenzeichen des Mainstreamkinos der Marvel-Ära. Und auch wenn man diese Mischung mag, kann sie doch sehr schnell sehr öde werden. Mit Endgame ist nun 2019 endlich Phase 3 der großen Saga abgeschlossen und man kann nur hoffen, dass sich sowohl Marvel als auch die Konkurrenz in Zukunft wieder etwas mehr einfallen lassen, um aus diesem schicken aber abgetragenen Korsett auszubrechen. Dass auch in Post-Marvel-Zeiten gegen den Strich gebürstete Blockbuster durchaus möglich sind, beweist nämlich Jurassic World: Fallen Kingdom (2018), der vordergründig in Gestalt eines epischen Spielberg-Blockbusters daherkommt, im Laufe seiner Spielzeit aber einige Asse aus dem Ärmel zaubert, mit denen im Jahr 2018 a.D. nicht unbedingt zu rechnen war.

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Feuerwehrmann Sam – Wie eine Kinderserie sehr viel richtig und zugleich sehr viel falsch machen kann

Fireman Sam (1987 – heute) ist ein Phänomen. Und zwar eines, das jemand der keine Kinder hat, zumindest in Deutschland wohl kaum kennen wird. Denn auch wenn das Original Feuerwehrmann Sam bis in die 80er Jahre zurückgeht, verdankt die Serie ihre enorme Popularität in Deutschland gerade vor allem Amazon Prime und Netflix, wo sie für viele KITA-Kinder so etwas wie der Sandmännchen-Ersatz geworden ist. Mein Dreijähriger schwört auf jeden Fall seit mindestens einem Jahr auf die walisische Stop-Motion-Produktion (auch wenn sie in den letzten Monaten ordentliche Konkurrenz von den Fellfreunden der Paw Patrol erhalten hat) und ist damit nicht allein in seiner KITA. Irgendwie nachvollziehbar: Die zehnminütigen Episoden der Serie besitzen alles, was Kleinkinder lieben: ES gibt eindeutige Charaktere ohne Grauschattierungen, die Geschehnisse sind äußerst repetitiv, die Narration und die Inszenierung sind so schlicht wie notwendig, um auch kleinste Zuschauer nicht zu überfordern. Man mag als Erwachsener mit den Augen darüber rollen, aber die Schöpfer von Feuerwehrmann Sam haben verstanden, was kleinste Kinder lieben und haben damit ein vollkommen zurecht erfolgreiches Produkt auf den Markt. Hin und wieder lässt sie sogar selbstironische Züge erahnen, insbesondere wenn sie auf die Schippe nimmt, in welche absurden und bizarren Unfallsituationen ihre Protagonisten geraten. Aber, so viel die Serie auch richtig macht, so viel macht sie auch falsch.

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Rezension zu Black Mirror, Staffel 5 (2019)

Zum größten Teil boten bis dato alle Black Mirror Staffeln großartige TV-Unterhaltung. Das „Zum größten Teil“ muss hier allerdings betont werden, einfach, weil es auch immer wieder Aussetzer gab. Irgendwie auch logisch bei einer Serie, die von Episode zu Episode ihr Setting, ihre Motivik, ihre Geschichte und sogar ihre Erzählhaltung ändert. Black Mirror hat sich immer viel gestaltersiche Freiheit herausgenommen. Lose zusammengehalten durch die Prämisse, Parabeln auf unsere technologisierte, digitalisierte und progressive Gesellschaft zu entwerfen, waren die Einzelfolgen mal sau witzige Satiren, mal düstere Symbolgeschichten, mal emotionale Dramen, spannende Science Fictioneers oder brutale Actionflicks. Gerade die fehlende Kohärenz machte dabei jede neue Folge erneut spannend. Und dazu gehörte auch immer die Frage: Wie der heurige Entwurf aufgehen? Meistens lautete die Antwort „Ja“. Aber über alle Staffeln hinweg gab es doch vereinzelte Episoden, bei denen die Antwort „Ja, mit Einschränkung“ oder ganz selten sogar schlicht „Nein!“ lautete. Kein Problem: Bei fast 20 Einzelteilen kann man sich ganz gut mit Rohrkrepierern abfinden. In der aktuellsten, fünften Staffel sieht es jedoch leider anders aus…

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Die großen Actionstars der 80er und 90er Jahre… und was von ihnen übrig ist

Mit den besten Actionfilmen der 90er haben wir uns vor Kurzem einen groben Überblick über die Endzeit der goldenen Jahre des Genres verschafft… In den 80ern und 90ern war Ääääktschn der Garant für großes Mainstreamkino, im Idealfall mit vielen Kämpfen, vielen Explosionen und vor allem den klassischen Actionhelden und Actionstars: Muskelbepackt, testosteronschwanger (wunderschönes Oxymoron), verschwitzt und meistens als Alleinkämpfer unterwegs. Ja, damals gab es noch echte Kerle, kurz bevor das Actionkino von Emos à la Keanu Reeves und hippen Models à la Jason Statham überrannt und schließlich in den frühen 2000ern im ADHS-Rausch beerdigt wurde. Wir wollen noch einmal an die guten alten Zeiten und vor allem an die guten alten echten Kerle, die großen Actionstars, die Helden unserer Kindheit erinnern: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Chuck Norris and the fucking rest… Wie sahen ihre Erfolge aus? Was waren ihre coolsten Oneliner (obligatorisch für jeden tapferen Recken)? Und was machen sie eigentlich heute?

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Apokalyptische Kurzrezensionen: Extinction, A Breath Away, Good Omens

Drei Mal Endzeit, drei Mal Ende der Welt bitte; und zwar in sehr unterschiedlichen Variationen. Also was haben die letzten 12 Monate diesbezüglich für uns im Angebot? Da haben wir zum einen den mysteriösen und zugleich actiongeladenen Weltuntergang mit ner Menge Science Fiction im Netflix-Flick Extinction. Da haben wir zum zweiten den dramatischen, realistischen Weltuntergang im Katastrophendrama und Survivalthriller A Breath Away. Und da haben wir zum Dritten den durchgeknallten, witzigen und epischen Weltuntergang in Form der Amazon-Miniserie Good Omens. Drei Mal das Ende der Welt in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Auf welche dieser Apokalypsen man sich einlassen sollte, folgt jetzt.

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Really Fucked Up Super Heroes – Rezension zu „Super“ von James Gunn (2010)

Zu den Filmen, die mich zu Beginn der 2010er am meisten enttäuscht haben, gehört auf jeden Fall die halbgare, möchtegerncoole und sich dem Nerdtum anbiedernde Superheldensekonstruktion Kick-Ass (2010). Eine nette Idee, der allerdings in letzter Konsequenz die Eier fehlten, um mehr zu sein als ein lauer tarantinoesker Reißer ohne Biss. So viel Potential, so viel Mindfuck-Möglichkeiten… einfach verschenkt. Ein Glück, dass die Idee des simplen Next-Door-Superhelden nicht nur den Kick-Ass-Machern in den Sinn kam, sondern ebenso Slither-Regisseur James Gunn. Und dieser James Gunn hat Eier… und was für welche. Super (2010), der sträflicherweise immer noch keinen deutschen Kinostart-Termin hat, ist das bösartigsten und abgefuckteste Stück Nerd-Film, das mir in letzter Zeit untergekommen ist. Indie Komödie, Actionspaß, Referenzfest… Und nicht nur das: Nebenbei zertrümmert dieser infame Streifen auch die gesamte Superheldenmythologie im Vorbeigehen, tritt ordentlich rein in die Zwiespältigkeit von selbsternannten Rächern und wandelt sich mehr und mehr zur düsteren, tragischen und zutiefst pessimistischen Parabel auf Verbrechen und Strafe, auf Schicksalsgläubigkeit und Wahn.

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Die besten interessantesten Horrorfilme 2018: Mandy mit Nicolas Cage

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem guten Freund, in dem dieser mich daran erinnerte, dass ich wohl einst – vor über 15 Jahren – Nicolas Cage zu einem meiner Lieblingsschauspieler erklärt hätte. Ehrlich, ich kann mich daran wirklich nicht mehr erinnern, halte es aber, wenn ich an diese Zeit zurückdenke, für absolut plausibel, dass ich zumindest eine große Verteidigungsrede für den oft veralberten, oft nicht ernst genommenen Overacting-Bro gehalten habe. Immerhin waren das damals die frühen 2000er Jahre. Und auch wenn Nicolas Cage zu dieser Zeit schon mit bizarr überzeichneten, testosteronschwangeren Auftritten wie Con Air (1997) oder Gone in 60 seconds (2000) negativ aufgefallen war, war er doch noch ein Stück entfernt von späteren Nutball-Rollen wie The Wicker Man (2006) oder Ghost Rider (2007), geschweige denn den noch späteren noch groteskeren Actionrollen in zahllosen B-Movies. Außerdem war das auch die Zeit von Adaptation (2002) und The Weather Man (2005), wo er zeigen durfte, dass er auch mehr kann als manisch und hysterisch in die Kamera zu grinsen. Anyway, mittlerweile hat Nicolas Cage seinen Ruf als wahnsinniger Overacter weg; absolut zurecht ist er aktuell mehr Meme als Schauspieler, geliebt und gehasst wegen seiner furiosen, bizarren Auftritte, oft verspottet, selten wertgeschätzt. Und ohne wieder eine große Verteidigungsrede auspacken zu wollen: Der Mann kann was. Der Mann kann mehr und hat es sicher nicht verdient, in zahllosen billigen Revenge Thrillern verbraten zu werden. Panos Cosmatos‘ Mandy (2018) hat durchaus das Potential den Ruf von Nicolas Cage wiederherzustellen und auch mehr: Immerhin scheint er fast so was wie eine Verbrüderung zu sein von Cages letzten, platten Rachethrillern, seinem Hang zum Exzentrischen und seinen – zumindest früher – immer wieder überraschend künstlerischen Arbeiten. Denn Mandy ist ein B-Movie Revengethriller, verpackt in einem sehr artifiziellen, zäh fließenden Höllentrip; eine düstere Ode an das simple Action-, Barbaren- und Horrorkino der 80er Jahre, aber auch eine Verbeugung vor dem Surrealismus, dem Giallo und sogar den symbolistischen Werken eines Tarkowskij. Selten zuvor war es so aufregend, Nicolas Cage in Aktion zu sehen.

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Alles auf Ende – Rezension zu Avengers: Endgame

Nach 21 Filmen kann man ohne Zweifel konstatieren: Das MCU ist wahrscheinlich das größte cineastische Universum, das je existierte. Da kann auch Star Wars mit seinen läppischen, gerade mal 11 Filmen nicht mithalten. Auch James Bond überflügelt quantitativ vielleicht die Saga, hat es aber über seine 24 Filme nie geschafft ein so konstantes, in sich geschlossenes Universum zu erzählen wie die Marvel-Comicadaptionen. Und auch wenn den Filmen rund um Captain America, Iron Man und Konsorten von den Kritikern schon früh (und oft zurecht) Flachheit, Idiotie und Style over Substance vorgeworfen wurde, so lässt sich doch sagen, seit es die Marvel-Filme gibt, gibt es auch wieder konstant qualitativ hochwertige Blockbuster, Popcornkino das tatsächlich Spaß macht. Zuletzt immer seltener mit leichten Ausfällen Richtung Mittelmaß ist es Marvel fast immer gelungen gute Qualität abzuliefern und dennoch abwechslungsreich und überraschend zu bleiben. Während zum Beispiel die DC-Filme ernst und mit großer düsterer Gestik daherkamen, hatte Marvel für seine Zuschauer gerne auch mal ein Augenzwinkern übrig, überraschte auch mal mit einer astreinen Komödie (Thor: Ragnarok), überraschte aber ebenso mit einem für das Genre unerwartet politischen Film (The Black Panther) oder gar einem Selbstfindungsdrama, in dem 80% des Filmes kein Superheld zu sehen war (Okay, das ist übertrieben, aber seht euch noch mal in Ruhe Iron Man 3 an und stoppt die Leinwandzeit, die das ikonische metallen glänzende Outfit dort erhält).

Zuletzt mit Avengers Infinity War (2018), dem direkten Vorgänger von Endgame – hat Marvel dann sogar bewiesen, dass sie auch fiese Cliffhanger können, den Mut dazu haben, einen Film einfach mal verdammt offen und verdammt deprimierend enden zu lassen. Natürlich dürfte bei dieser künstlerischen Entscheidung auch der monetäre Blick eine nicht unmaßgebliche Rolle gespielt haben. Denn immerhin ging es darum DEN Abschluss der ersten großen Avenger-Reihe vorzubereiten. Und da kann man auch gerne mal etwas mehr Hype produzieren (auch wenn Marvel-Filme diesen eigentlich, wie dieses Jahr bereits Captain Marvel (2019) unter Beweis stellte, nicht nötig haben). Und hier haben wir ihn dann also: Die Lösung der noch offenen Probleme, die Klärung der noch vorhandenen Fragen, eine letzte Verbeugung vor den liebgewonnenen Helden, das Grande Finale der Avengers-Reihe… eine Menge Ballast für einen einfachen Superheldenfilm, der seinen Ambitionen entsprechend marvel-untypisch auf satte 180 Minuten Überlänge aufgeblasen wurde. Aber kann er inhaltlich auch liefern?

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Wer ist John J. Rambo? – Gedanken zu First Blood (1982)

Gestern habe ich seit langer Zeit zum ersten Mal wieder den ersten Teil der Rambo-Franchise First Blood (1982) gesehen. Dieser von Ted Kotcheff inszenierte Film und vor allem seine von Sylvester Stallone verkörperte Hauptfigur ist gleich auf zwei verschiedene Arten zum ikonographischen Filmmythos geworden. Die Offensichtliche ist die Ikonographisierung des Prototypen Rambo, der es nicht nur auf drei Fortsetzungen gebracht hat, in denen er zum Mythos des Einzelkämpfers und furchtlosen Söldner mutieren sollte, sondern zudem sogar Einzug in den Duden erhalten sollte, wo er als umgangssprachliche Bezeichnung eines „brutal männlichen Typen“ und „Kraftprotzes“ definiert wird. Der zweite mit First Blood einhergehende Mythos ist der des „einzig wirklich gelungenen Films“ der Franchise. Rambo I (so der deutsche Titel) als dunkles Vietnam-Drama, dessen Gehalt von den Fortsetzungen in den Schmutz gezogen wurde. Aber welche Rolle nimmt John J. Rambo in dem Film wirklich ein? Welche Prototypen verkörpert er? Und warum wichen die Fortsetzungen so sehr vom Original ab? Eine kleine Analyse; Spoiler selbstverständlich inbegriffen.

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Die besten/schlechtesten/durchschnittlichsten Filme der 90er Jahre: Waterworld?

Wenn es um die besten und schlechtesten Filme der 90er Jahre geht, nimmt Kevin Costners Waterworld (1995) eine interessante Sonderstellung ein. Als er Mitte der 90er Jahre für ein Budget von 175 Millionen Dollar gedreht wurde, war er nicht nur der bis dato teuerste Film aller Zeiten, er zementierte zudem Kevin Costners Ruf als größenwahnsinniger Realisator von unlukrativen cineastischen Mammutprojekten. Waterworld ist quasi im Alleingang dafür verantwortlich, Costner für die weitere Zukunft für diverse Filmstudios unmöglich zu machen, machten diese doch mit der Veröffentlichung von Waterworld ordentliche (wenn auch nicht erhebliche) Verluste. Gerade angesichts der finanziellen Erwartungen an das Großprojekt, kamen die miesen Einspielergebnisse einem Offenbarungseid gleich. Und dann gab es natürlich noch die Kritik, die viel Spott und Häme über dem missglückten Großprojekt ausgoss und sich freute in dem überambitionierten Endzeitepos zahllose Logiklöcher und Albernheiten zu finden.

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Die besten Filme der 90er Jahre: Independence Day? No way!

Mit Forrest Gump, American Beauty, Stephen Kings ES und Basic Instinct haben wir hier ja schon (mal mehr, mal weniger) heilige Kühe geschlachtet. Es ist mir aber ein besonderes Vergnügen, mich jetzt auf Independence Day (1996) zu stürzen… genau, Roland Emmerichs Krieg-der-Welten-Version, in der der Untergang unseres Planeten von Aliens in die Wege geleitet und von der tapferen Menschheit unter Führung des US-Präsidenten, von einem coolen Kampfflieger mit der Hilfe eines Fernsehtechnikers verhindert wird. Dieser verdammte Film, wird immer wieder gerne mal als Musterbeispiel großen Actionkinos herangezogen, gilt als Prototyp eines Films, der einfache aber effektive, sinnfreie Unterhaltung bietet. Warum?

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