Schlagwort: Farce

Die besten Tragikomödien der 80er Jahre IV

So. Ein Lächeln mit einer Träne gibt es noch, bevor wir zu den Dramen-Schwergewichten weiterziehen. Im letzten Teil der tragikomischen 80er Retrospektive blicken wir auf ein Frühwerk Jim Jarmuschs mit Down by Law und auf viele Werke von Regisseuren in ihrer mittleren Schaffensphase: Peter Greenaway hatte sich bereits vor Der Koch der Dieb seine Frau und ihr Liebhaber in der unabhängigen Filmszene einen Namen gemacht, diesem exzentrischen Glanzstück sollten jedoch noch viele weitere folgen, auch Jonathan Demme war bereits vor Gefährliche Freundin ein Regieveteran, sollte jedoch erst in den 90ern mit Das Schweigen der Lämmer größeren Ruhm ernten. Mike Nichols‘ Karriere reicht gar bis in die 60er Jahre zurück, aber auch diese Filmikone war mit Sodbrennen noch lange nicht an ihrem Ende angelangt. Und Barry Levinson changierte schon damals zwischen Kritikerdarling und Kritikerspotttölpel, und schuf mit Rain Man wohl einen Film, der beide Seiten der Medaille recht gut hervorblitzen ließ. Die besten Tragikomödien der 80er Jahre, auf zur letzten Runde.

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Die besten Tragikomödien der 80er Jahre II

Haben wir uns in der letzten tragikomischen Retrospektive noch sehr stark auf das amerikanische Kino, vor allem die Erben New Hollywoods, gestürzt, wird es dieses Mal deutlich internationaler. Mit Wish you were here begegnen wir dem stärksten britischen Dramedy-Beitrag der Dekade, mit Pauline am Strand holen wir ein bisschen französisch nostalgische Romantik in diese schwere Zeiten. Wir leiden und lachen mit der australischen Naturgewalt Sweetie, erleben in Spanien Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs und blicken in russischitalienische Schwarze Augen. Dabei sind die Filme dieser Auswahl nicht nur internationaler, sie sind auch deutlich mutiger und kurioser als ihre amerikanischen Wegbegleiter. Und bei fast allen von ihnen ist die Perspektive eine dezidiert weibliche; auch alles andere als selbstverständlich in diesem doch sehr testosterongesteuerten Jahrzehnt.

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Die besten Tragikomödien der 80er Jahre I

„Mit einem Lächeln und vielleicht mit einer Träne“ …Mit seinem Eingangszitat zu The Kid (1921) hat es Charlie Chaplin auf den Punkt gebracht und im Grunde genommen alles gesagt, was zum Genre der Tragikomödie gesagt werden muss. Dass sich die 80er Jahre nicht 100% daran halten würden, konnte er ja nicht voraussehen. Der tragikomische Film sollte in dieser Dekade nämlich in vielen Fällen ein besonderer Film sein, einer der Grenzen sprengte und Genres vermischte. Seine besten Auswüchse waren gut 60 Jahre nach Chaplins Genreverortung nicht einfach nur Kombinationen von Lächeln und Tränen, sondern ebenso Vermischungen mit dem Thriller (King of Comedy), dem magischen Realismus (Arizona Junior), dem Surrealismus (Stardust Memories) dem Biopic (Garp wie er die Welt sah) oder dem anekdotisch Literarischen (Hotel New Hampshire). Vielleicht waren sie in ihrer amerikanischen Iteration sogar die letzten würdigen Erben des New Hollywood, gepflegt von Altmeistern wie Martin Scorsese und Woody Allen und bereits unterwandert von jungen aufstrebenden Talenten wie den Coen Brüdern, die dem lahmenden Mainstream- und Blockbusterkino den Kampf ansagten. Genau diesen Genresprengern soll in dieser ersten Retrospektive gedacht werden …with a smile — and perhaps, a tear.

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Die besten Komödien der 80er Jahre IV

Das dürfte dann wohl die letzte Komödienliste dieser 80er Retrospektive sein, und wie in den Listen davor mischen sich zeitlose Klassiker mit Filmen, die heutzutage in mehr als nur einer Hinsicht out of date sind. Aber das schöne an Komödien ist nunmal auch, dass sie, selbst wenn sie ihr Zenit lange überschritten haben, mit einem dicken Nostalgiebonus immer noch funktionieren. Ich lache heutzutage kaum noch über einen der Witze aus Police Academy oder Bill & Ted, aber dafür sind sie so etwas wie die nostalgische Aufwärmung einer Epoche, in der vieles einfacher und unschuldiger schien. Irgendwo zwischen archäologischem Fundstück, fassungslos machendem Zeitstück und alberner Kindheitserinnerung haben sie sich für immer einen Platz in unserem Herzen verdient. Andere Filmbiester sind da schon Ein Fisch namens Wanda – der auch heute noch zu den witzigsten Filmen überhaupt gehört -, und Midnight Run und Repoman, die weniger durch ihre Witzigkeit begeistern, als viel mehr durch ihre gekonnte – humoristische – Verknüpfung von gleich mehreren Genres. Und dann gibt es auch noch Ein Ticket für zwei, der nicht nur heute noch witzig ist, sondern darüber hinaus auch immer noch mehr Herzenswärme versprüht als so mancher ernsthafterer Bruder im Geiste. Auch in diesem Fall gilt wie eigentlich immer: Eine gute Komödie ist mehr als die Summe ihrer einzelnen Witze.

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Die besten Komödien der 80er Jahre II

Comedy gehört zu jenen Genres, die am schlechtesten altern. Vielleicht ist es sogar das Genre überhaupt, an dem der Zahn der Zeit am meisten nagt: Nicht Science Fiction (was naheliegend wäre), nicht Fantasy und auch nicht die großen Dramen. Nein, die Komödien sind es, die über die Jahrzehnte immer mehr an Wirk- und Strahlkraft verlieren. Was die eine Generation noch urkomisch fand, lässt womöglich bereits die kommende Generation mit der Nase rümpfen. Und selbst unser persönliches, ganz eigenes Humorverständnis ändert sich mit dem Lauf der Zeit. Bei den kontroversen Filmen der 80er Jahre habe ich bereits über die Problematik der Kontroverse und der Polarisierung a posteriori gesprochen, aber so extrem muss es gar nicht kommen. Oft reicht es, dass die Komödien vergangener Zeiten in der Retrospektive wie die schlechten Witze des einen Onkels wirken, der auf Familienfesten immer zu laut und zu angestrengt witzig war und für dessen Pointen man ein paar Jahre später nur noch ein Kopfschütteln übrig hat. Umso beeindruckender ist es, wenn eine Komödie mal zeitlos wirkt oder gar dreißig Jahre später noch zum Schmunzeln und Lachen verführen kann. Die Filme hier können das alle auf die ein oder andere Weise: Als schwarzhumorige Spiegel der damaligen Gesellschaft (Die Zeit nach Mitternacht) oder Medienlandschaft (Ginger und Fred), als Mockumentary-Klassiker (Zelig), als ohnehin aus der Zeit Gefallene (Zwei hinreißend verdorbene Schurken) oder schlicht und ergreifend als zeitlose, universelle tragikomische Parabeln (Sein oder Nichtsein). Vielleicht bleiben heute ein paar mehr Augen trocken, großartige Unterhaltung sind die hier versammelten Komödien aber immer noch.

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Die besten surrealistischen Filme der 80er Jahre I

Im Grunde genommen ist Kino des Surrealismus in den 80er Jahren bereits ziemlich am Ende. Mit Luis Buñuel stirbt 1983 der wohl wegweisendste Regisseur des Genres und hinterlässt eine Lücke, die sich so schnell nicht schließen wird. Zwar wies David Lynch mit Eraserhead bereits 1977 einen Weg in die Zukunft des surrealen Films – zwischen Avantgarde und unterhaltsamem Genrekino -, in den 80ern kümmert er sich jedoch eher um „bodenständigere“ Projekte wie seinen Elefantenmenschen oder Blue Velvet. Während der neue Surrealismus noch ein wenig in Wartestellung verharrt, lassen aber immerhin die Altmeister mit interessanten Spätwerken aufhorchen: Fellini, Godard, Kluge… die Filmemacher des ersten Beitrags zum surrealen Kino der 80er lesen sich wie ein who is who vergangener Jahrzehnte. Warum sie auch in dieser Dekade begeistern können, lest Ihr hier…

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Die besten Sportfilme der 80er Jahre

Sportfilme sind ein merkwürdiges Genre; in erster Linie natürlich für alle – wie mich – die kein sonderliches mediales Interesse an Sport haben. Aber Sportfilme können trotzdem funktionieren. Auch wenn man keine Ahnung von den Baseballregeln hat, auch wenn man sich nie im Leben freiwillig die Übertragung des Super Bowls im Fernsehen ansehen würde, auch wenn man an der sozialen Dynamik innerhalb eines Fußballteams maximal ethnologisch interessiert ist, kann man dennoch in große Verzückung geraten, wenn dem Held oder der Heldin einer Geschichte der entscheidende Homerum gelingt, kann mitfiebern, wenn ein Footballteam, das von ganz unten kommt, ein alles entscheidendes Spiel vor sich hat, oder kann sich einfach an den Träumen, der Komik und der Tragik auf und neben den Spielfeldern erfreuen. Sport ist auch ein offenes Genre, kann sowohl albern (Caddyshack), komisch (Die Indianer von Cleveland) verträumt eskapistisch (Feld der Träume), rau und realistisch (Wie ein wilder Stier) oder spannend, dramatisch (Die Stunde des Siegers, Der Unbeugsame) erzählt werden. Und es ist darüber hinaus auch gar nicht so leicht zu sagen, wann ein vermeintlicher Sportfilm überhaupt ein Sportfilm ist. Insofern mögen in diesem Artikel Filme fehlen, die man auch irgendwie hier reinpacken könnte (zum Beispiel Karate Kid, den ich trotz Trainingsmontagen und finalem Turnier bei den besten Teenagerfilmen eingeordnet habe). Und es mögen in diesem Artikel Filme vorkommen, die vielleicht bei den besten Komödien, Dramen oder Tragikomödien besser aufgehoben wären. Details, Details… Wer Freude am Wettkampf, an epischen Trainingsmontagen, an der Schönheit des Sports und an Sport als zentrales Handlungsmoment hat, der sollte mit allen Filmen, die folgen, sehr glücklich werden. Viel Spaß.

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