Schlagwort: Horrorthriller

Die besten Giallo-Filme der 70er Jahre II

Dass der Giallo in den späten 70er Jahren seinem Ende entgegenging, ist bezeichnend für die generelle Entwicklung des Horror-Nischenkinos der damaligen Zeit. Hatten sich die Gialli in ihrer Anfangszeit in den frühen 60er Jahren vor allem als klassische Murder Mystery Variante made in Italy präsentiert, entwickelten sie sich im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einem Genrevehikel für Sex und Gewalt jenseits des Mainstreams, dem diesbezüglich damals noch enge Grenzen gesetzt waren. Genau jene Grenzen begannen sich in den 70er Jahren jedoch aufzulösen: Dank New Hollywood und einiger sehr erfolgreicher Terrorfilme amerikanischer Machart, fand die Gewalt im Kino heraus aus der Nische. Und plötzlich schien es die heimliche Gewalt-Nummernrevue nicht mehr zu brauchen (ein ähnliches Schicksal erfuhren auch die Vampirfilme Hammer’scher Prägung). Die Giallo-Filme sind im Grunde genommen an ihrem eigenen Erfolg untergegangen, inspirierten sie doch das aufkommende Slasher-Genre, Gore- und Splatterblockbuster, die Mord und Todschlag endgültig im Mainstreamkino verwurzelten und direkt zu dessen Horroreskapaden in den 80er Jahren führten. Der wichtigste Film in dieser Entwicklung ist wohl Im Blutrausch des Satans, der vollkommen zurecht als Slasher-Prototyp gilt. Im Kampf gegen die eigene Beduetungslosigkeit – und dem Genre immanente Redundanz – versuchten viele Giallo-Ikonen neue Wege einzuschlagen und produzierten dabei die faszinierendsten Filme des Subgenres: Suspiria als dämonische Hexenversion der Giallo-Topoi wurde bereits in der vorherigen Bestenliste erwähnt, Die sieben schwarzen Noten und Il profumo della signora in nero versuchten es dagegen mit spirituellen, übernatürlichen und geisterhaften Topoi. Und dann gibt es noch Pensione paura, der irgendwie komplett aus der Reihe tanzt und aus dem Giallo heraus eine dystopische fast schon feministische Parabel kreiert… alles andere als gewöhnlich für ein Genre, das sonst – leider oft zurecht – für seine Misogynie und seine derbe Exploitation angeprangert wird.

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Die besten Giallo-Filme der 70er Jahre I

Wenn man von unheimlichen Genrekino der 70er Jahre sprechen will, muss man auch vom Giallo sprechen. Das bringt mich persönlich in eine äußerst unangenehme Lage. Die Traurige Wahrheit ist nämlich, dass ich alles andere als ein großer Fan des italienischen Thriller- und Horrorkinos der 70er Jahre bin. Mein Weg zum Giallo führte, wahrscheinlich ähnlich wie bei vielen anderen nach 1970 geborenen, über Dario Argentos Suspiria. Und dieser Film ist, man kann es nicht anders sagen, ein verfluchtes Meisterwerk des damaligen Horrorkinos. Umgehauen von diesem Hexenhorrortrip erfuhr ich, wahrscheinlich ähnlich wie viele andere vor mir, voller Begeisterung, dass es ein ganzes Genre für diese Art von Film gibt. Wahrscheinlich ähnlich wie viele andere vor mir habe ich mir dann den erstbesten Giallo-Film geschnappt, um wahrscheinlich ähnlich wie viele andere vor mir äußerst enttäuscht vor einem halbgaren Murder Mystery Thriller, irgendwo zwischen Edgar Wallace und Alfred Hitchcock für Arme zu sitzen. Ja, das Giallo-Genre ist breit und facettenreich, dominiert wird es aber ohne Frage von sehr klassischen Whodunnit-Thrillern, die sich primär durch ihren verstärkten Einsatz von Blut und grenzwertiger Exploitation von den Genregeschwistern abheben. So zum Beispiel Dario Argentos Prototyp des 70er Jahre Giallo Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe. Und sorry, so leid es mir tut, diese Art von Film langweilt mich einfach. Insofern ist diese Liste – und die Folgende – mit einem großen Disclaimer versehen: Ich bin kein Giallo-Fan! Wenn ich Giallo-Filme mag, dann, weil sie vom Genre abweichen, oder in dem Genre etwas neues versuchen, was die Tradition unterwandert. In der ersten Giallo-Liste sind dies neben dem bereits erwähnten Suspiria vor allem Profondo Rosso, der schräger und artifizieller daher kommt als die traditionellen Giallos, und The Child – Die Stadt wird zum Alptraum, der den entgegengesetzten Weg geht, und anstatt beim Horror bei einer introspektiven Tragödie ankommt.

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Die besten Vampirfilme der 70er Jahre II

Und weiter geht es mit den besten Vampirfilmen der 70er Jahre. Auch dieses Mal mit eher traditionellen Variationen des Dracula-Stoffes, vertreten durch den sehr klassischen Universal-Monster-Film Dracula und Werner Herzogs Hommage an den Murnau-Klassiker Nosferatu – Phantom der Nacht. Auch dieses Mal wieder mit schwülstigen Gruselmärchen an der Schwelle zwischen Horror und Erotik, vertreten durch den heißblütigen Erotik-Horrorfilm Vampyres und den Softcore Mysterystreifen Lèvres de Sang, sowie den deutschspanischen Fiebertraum Vampyros Lesbos. Und last but not least auch dieses Mal mit einer eiskalten Dekonstruktion des Genres, vertreten durch Martin vom Zombiefilm-Virtuosen George A. Romero.

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Die besten Natur- und Tierhorrorfilme der 70er Jahre

Nachdem in der ersten 70er Jahre Horror-Retrospektive die Wissenschaft und Technik im Fokus standen, ganz konkret im Genre des SciFi-Horrors, kommen wir nun zu dessen radikalem Gegenstück, dem Horror, der in der Natur beheimatet ist. Natürliches und Kreatürliches, unabhängig vom sowie gefährlich für den Menschen; oft älter und stärker als unsere Spezies: Es geht um mordende Haie, blutdurstige Fische, schreckliche Insekten und Wurmplagen, und zumindest in einer Inkarnation auch um die Verbindung von Mensch und Tier. Jaws gehört ohne Zweifel zu den Klassikern des Genres, aber auch sein trashiger Gegenentwurf Piranha ist deutlich besser, als man von einem Low Budget Plagiat erwarten dürfte. In Phase IV bedrohen Ameisen die Menschheit und in Squirm sind es fleischfressende Regenwürmer. Die Wild Card dieser Liste kommt in Gestalt des Werwolf-Mystery-Schinkens The Beast must die. Und die Honorable Mention eines alles andere als guten – dafür aber umso unterhaltsameren – Films kann ich mir in dieser Bestenliste auch nicht verkneifen. In Night of the Lepus sind es nämlich Killerkaninchen, die das Schicksal der Menschheit bedrohen. Und allein das ist schon eine Erwähnung dieses naiven Trash-Überfliegers wert. Viel Spaß beim manchmal unheimlichen, manchmal mysteriösen, manchmal albernen Angriff der Natur auf den Menschen.

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Die besten SciFi-Horrorfilme der 70er Jahre

In der letzten Science Fiction Bestenliste der 70er Jahre habe ich noch darüber lamentiert, dass ich nicht weiß wo ich Alien einsortieren soll. Science Fiction? Horror? Slasher? Dabei ist die Antwort so simpel: In allen drei Genres. Und Ridley Scotts Horrorfilm im Weltraum ist keineswegs der einzige Genreüberflieger der Dekade. Wie sich herausstellt gibt es genug Hybriden aus Science Fiction und Horror, um damit eine eigene Liste zu füllen. Neben Weltraummonstern, die selbst auf Opferjagd gehen, gibt es auch noch die Aliens, die sich eine menschliche Fassade suchen, um ihren Blutdurst zu stillen: Dazu gehören vor allem die Bodysnatcher aus Die Körperfresser kommen. Die unheimliche transzendentale Psychose in God Told Me To dagegen lässt den Menschen selbst zum Killer im außerirdischen Auftrag werden. Ansonsten ist vor allem die medizinische Forschung, ist der medizinische Fortschritt eine Ursache für visionären Schrecken. In Embryo – Brut des Bösen entstehen durch medizinische Experimente unheimliche Wesen, und in Shivers – Parasiten-Mörder wird der Mensch, heimgesucht von gezüchteten Parasiten, selbst zum Monster. Düstere zukünftige Aussichten…

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