Schlagwort: Slapstick

Die besten Actionfilme der 70er Jahre III

Nach einer langen Pause geht es endlich weiter mit den besten Filmen der 70er Jahre. Eine Actionliste gäbe es noch abzuarbeiten, aber auch danach sind wir mit dem Genre noch nicht so ganz durch. Auch dieses Mal sollen wieder eher komödiantische Genrevariationen im Mittelpunkt stehen. Lange Zeit von der Kritik verschmäht, wissen wir mittlerweile – und sei es nur aus nostalgischen Gründen – was wir an den beiden Raufbolden Bud Spencer und Terence Hill haben. So sollen die beiden in dieser Retrospektive auch gleich zwei Mal vertreten werden: Einmal als Zwei außer Rand und Band und einmal als Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle. Neben den Italienern (unterstützt von einer superben deutschen Synchronisation) können auch die Amerikaner ihre Fähigkeit zum Augenzwinkern im Actionrahmen unter Beweis stellen. Die Letzten beißen die Hunde ist eine schmutzige, derbe, vor allem aber auch ironische Tour de Force, irgendwo zwischen Gangsterkomödie und knochigem Actioneer. Deutlich ernster dagegen kommen die furiosen Genreperlen von Walter Hill daher. Irgendwo zwischen B-Movie und A-Movie bewegen sich seine beiden symbolisch aufgeladenen, diffusen Erstlingswerke, Ein stahlharter Mann als Abgesang auf einen zum Kämpfen verfluchten Mann und Driver als existenzialistischer Zweikampf zwischen zwei Antagonisten, die ebenso verschieden wie sich ähnlich sind.

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Die besten Actionfilme der 70er Jahre II

Nachdem in der letzten Actionretrospektive vor allem die Exploitationseite und auch so manche düstere Ausgeburt des spektakulären Kinos die Liste dominierte, wird es dieses Mal deutlich leichtfüßiger und auch leichtherziger. Die Vertreter in dieser Liste könnten (teilweise fast, teilweise gut und gerne) auch dem Subgenre der Actionkomödie zugeordnet werden. Ihre Actionszenen werden ergänzt von einem gewitzten Augenzwinkern und einer ordentlichen Portion Humor, der jedoch nie zu böse oder gehässig daherkommt. Gerade Burt Reynolds war damals für so manchen spaßigen, albernen Actioneer gut und ist in dieser Liste gleich zweimal vertreten: Als Autonarr Bandit in dem prototypischen Car-Chase-Movie Ein ausgekochtes Schlitzohr und als grimmiger Stuntman Hooper in Um Kopf und Kragen. Aber auch Clint Eastwood – eigentlich alles andere als bekannt für seine humoristische Seite – darf in Der Mann, der niemals aufgibt beweisen, dass er durchaus Spaß verstehen kann, auch wenn dieser Film dann doch zu mitreißend ist, um als bloße Action/Comedy durchzugehen. Und in Convoy offenbart Countrysänger Kris Kristofferson nicht nur seine komödiantische sondern auch seine melodramatische Seite, und darf dabei sogar ein bisschen politisch werden.

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Die besten Kinderserien der 80er Jahre III

Einen haben wir noch: In der letzten Kinderserien-Retrospektive begegnen wir mainstreamtauglichem ebenso wie Schrägem und sogar Surrealem. Aus Deutschland überrennt uns eine auf Kinderaugen perfekt zugeschnittene Bizarrerie mit Hals über Kopf, anschließend lassen wir uns von eigentlich so gar nicht ins Kinderprogramm passendem Symbolismus im Anderland verzaubern. Etwas traditioneller und bunter geht es bei den Amerikanern mit Inspector Gadget und den Muppet Babies zu. Und irgendwo dazwischen (und zugleich komplett ab vom Schuss) bewegt sich das herrlich naive Fantasypanorama Doctor Snuggles. Und wenn wir damit durch sind, können wir uns endlich der erwachsenen TV-Unterhaltung der 80er Jahre widmen. Und diese ist ebenfalls – wie das Kinderprogramm – deutlich abwechslungsreicher und qualitativ hochwertiger als gemeinhin erinnert wird.

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Die besten Kinderserien der 80er Jahre I

Zu Beginn der 80er-Zusammenstellung bin ich noch fest davon ausgegangen, dass ich spätestens im TV-Bereich an meine Grenzen stoßen würde. Schlicht und ergreifend, weil die TV-Landschaft der 80er Jahre so antiquiert wirkt im Vergleich zu den großen TV- und Streamingserien unserer Zeit. Braucht man wirklich noch Dallas, wenn man House of Cards haben kann, das A-Team in Zeiten von Breaking Bad oder Fantasy Island in einer Welt, in der Game of Thrones existiert? Oh, wie sehr habe ich mich geirrt! Ich bin nunmal ein Kind der frühen 80er Jahre und dementsprechend wurde ich als Kind vor allem in den 80ern TV-sozialisiert. Und was gibt es in dieser Zeit an großartigen Serien für ein jüngeres Publikum zu entdecken! Wie gesagt, diese Zeit hat mich fernsehtechnisch stark geprägt, aber es ist nicht nur die Nostalgie, die die folgenden Serien auszeichnet: Gerade für Kinder- und Familienunterhaltung waren die TV-80er eine glorreiche Epoche. Eine Zeit in der Kinderserien noch nicht reine Cash Cows waren, eine Zeit, in der sich Produzent*innen noch wirklich Gedanken um gute Fernsehunterhaltung für Kinder machten, eine Zeit, in der das Fernsehen für die ganze Familie experimentierfreudig, mutig und magisch war. Daher sollen die ersten 80er Serienretrospektiven auch einem jüngeren Publikum gewidmet sein. Zweifellos, die Nostalgie spielt hier mit rein, ich habe aber bewusst Serien ausgewählt, die auch heute noch funktionieren, die ich auch heute noch meinem Kind zeigen würde: Sprich, keine He-Man, Lone-Star, Ninja Turtles, kein plumpes Actionprogramm zur Ankurbelung des Spielzeugverkaufs. Aber auch nicht bloße pädagogische Fingerübungen. Stattdessen eine gute Mischung aus Wertvollem und Unterhaltsamem, aus Albernem und Mitreißendem. Hier ist der erste Teil einer längeren Serienretrospektive mit dem Schwerpunkt auf Kinder- und Familienunterhaltung. Let’s go.

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Smallfoot (2018) – Ein eisigartiges Abenteuer (…und ein kleiner Rohdiamant)

Die Demokratisierung des Animationsfilms hat wenig damit zu tun, dass die Konkurrenz zu den jahrelangen Monopolisten – Pixar und Dreamworks – im Laufe der 2010er Jahre besser geworden wäre. Eher das Gegenteil ist der Fall: Die großen Studios sind immer belangloser geworden, während sie gleichzeitig mit einer Masse an durchschnittlichen Konkurrenzprodukten überschwemmt wurden. Erinnern wir uns kurz an die Frühzeit des CGI-Animationsfilms zurück. In den glorreichen Tagen Ende der 90er und Anfang bis Mitte der 2000er Jahre war jeder neue Animationsfilm für die ganze Familie noch ein richtiges Ereignis. Und das auch zurecht: Filme wie Toy Story (1995), Die Monster AG (2001) oder Findet Nemo (2003) auf der Pixar-Seite und Filme wie Antz (1998) oder Shrek (2001) auf der Dreamworks-Seite waren Hit-Garanten und Publikumslieblinge. Man freute sich auf sie, fieberte ihnen entgegen und durfte sich sicher sein, in den meisten Fällen nicht enttäuscht zu werden. In einer Zeit, in der die großen Sommerblockbuster schwächelten (und meistens nicht mehr als langweilige Desasterflicks waren) hielt der animierte Familienfilm das Popcornkino am Leben.

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Die besten Komödien der 80er Jahre IV

Das dürfte dann wohl die letzte Komödienliste dieser 80er Retrospektive sein, und wie in den Listen davor mischen sich zeitlose Klassiker mit Filmen, die heutzutage in mehr als nur einer Hinsicht out of date sind. Aber das schöne an Komödien ist nunmal auch, dass sie, selbst wenn sie ihr Zenit lange überschritten haben, mit einem dicken Nostalgiebonus immer noch funktionieren. Ich lache heutzutage kaum noch über einen der Witze aus Police Academy oder Bill & Ted, aber dafür sind sie so etwas wie die nostalgische Aufwärmung einer Epoche, in der vieles einfacher und unschuldiger schien. Irgendwo zwischen archäologischem Fundstück, fassungslos machendem Zeitstück und alberner Kindheitserinnerung haben sie sich für immer einen Platz in unserem Herzen verdient. Andere Filmbiester sind da schon Ein Fisch namens Wanda – der auch heute noch zu den witzigsten Filmen überhaupt gehört -, und Midnight Run und Repoman, die weniger durch ihre Witzigkeit begeistern, als viel mehr durch ihre gekonnte – humoristische – Verknüpfung von gleich mehreren Genres. Und dann gibt es auch noch Ein Ticket für zwei, der nicht nur heute noch witzig ist, sondern darüber hinaus auch immer noch mehr Herzenswärme versprüht als so mancher ernsthafterer Bruder im Geiste. Auch in diesem Fall gilt wie eigentlich immer: Eine gute Komödie ist mehr als die Summe ihrer einzelnen Witze.

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Die besten Teenager-Filme der 80er Jahre III

Teenager-Filme, die Letzte. Aber noch einmal mit allem, was die 80er so auszeichnet, den Jugendfilm von damals zu großem Kino macht. Für locker entspannte Unterhaltung haben wir Ich glaub‘ ich steh im Wald und Lockere Geschäfte im Angebot. Etwas emotionaler, tragischer und authentischer wird es da schon mit Cameron Crowes Regiedebüt Say Anything… sowie dem tragikomischen und realistischen Lucas. Und für die abschließend düstere Note sorgt das prototypische Black Cinema Meisterwerk Do the right thing von Spike Lee. Vom Popcorn bis zum sozialkritischen Blick durch die Hornbrille, der Teenie-Film der 80er hat es einfach drauf…

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Feuerwehrmann Sam – Wie eine Kinderserie sehr viel richtig und zugleich sehr viel falsch machen kann

Fireman Sam (1987 – heute) ist ein Phänomen. Und zwar eines, das jemand der keine Kinder hat, zumindest in Deutschland wohl kaum kennen wird. Denn auch wenn das Original Feuerwehrmann Sam bis in die 80er Jahre zurückgeht, verdankt die Serie ihre enorme Popularität in Deutschland gerade vor allem Amazon Prime und Netflix, wo sie für viele KITA-Kinder so etwas wie der Sandmännchen-Ersatz geworden ist. Mein Dreijähriger schwört auf jeden Fall seit mindestens einem Jahr auf die walisische Stop-Motion-Produktion (auch wenn sie in den letzten Monaten ordentliche Konkurrenz von den Fellfreunden der Paw Patrol erhalten hat) und ist damit nicht allein in seiner KITA. Irgendwie nachvollziehbar: Die zehnminütigen Episoden der Serie besitzen alles, was Kleinkinder lieben: ES gibt eindeutige Charaktere ohne Grauschattierungen, die Geschehnisse sind äußerst repetitiv, die Narration und die Inszenierung sind so schlicht wie notwendig, um auch kleinste Zuschauer nicht zu überfordern. Man mag als Erwachsener mit den Augen darüber rollen, aber die Schöpfer von Feuerwehrmann Sam haben verstanden, was kleinste Kinder lieben und haben damit ein vollkommen zurecht erfolgreiches Produkt auf den Markt. Hin und wieder lässt sie sogar selbstironische Züge erahnen, insbesondere wenn sie auf die Schippe nimmt, in welche absurden und bizarren Unfallsituationen ihre Protagonisten geraten. Aber, so viel die Serie auch richtig macht, so viel macht sie auch falsch.

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Die besten Trash-Filme der 90er Jahre II

Und weiter gehts im Kino der niedersten Niederungen, der obskuren Ideen und kostengünstigen Antipoden zum Big Business. Dieses Mal haben sich gleich ein paar qualitativ hochwertige Filmversatzstücke in unserer Trash-Schau eingefunden. Neben Christoph Schlingensiefs Trash-Blaupause United Trash – die wie alle seine Filme heftig mit Avantgarde und Hochkultur kokettiert – kümmern wir uns um das deutsche Trashurgestein Helge Schneider und seinen Anti-Western Texas, freuen uns noch einmal auf Troma-Ware bei Sgt. Kabukiman und packen mit dem Geballer von Rutger Hauer in Split Second und den Nippeln von Demi Moore in Striptease zumindest noch zwei Filme dazu, über deren Qualitäten man vorzüglich streiten kann.

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Die besten Tragikomödien der 90er Jahre I

So, sechs Komödienretrospektiven haben wir hinter uns gebracht (Parodien, Grotesken, Slacker, Lachen, Lachen und noch mehr Lachen…). Wenden wir uns nun der gekonnten Mischung aus Tragik und Komik zu. Wie schon bei den Komödien aufgefallen, ist es gar nicht so leicht das Genre der Tragikomödie einzugrenzen. Gelungene Komödien bieten immer auch tragische Momente, große Dramen haben auch oft genug ihre komischen Seiten. Und was sich dann genau dazwischen abspielt, ist eben oft auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und Empfindens. Egal, diese Filme bieten – jeder für sich – genug fürs Herz, für die Sinne, zum Schmunzeln, manchmal auch zum Lachen und selbstverständlich zum Weinen. Komisch schön, tragisch schön, einfach nur schön… die besten des Jahrzehnts. Mit einem Lächeln und einer Träne Teil 1…

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Die besten Komödien der 90er Jahre IV

Ähm… ganz kurz noch mal durchgehen: Parodien, check! Grotesken, check! Slacker, check! Okay, wir sind tatsächlich bei der vierten Komödien-Retrospektive der 90er angelangt. Ganz schön beachtlich, wenn man bedenkt, dass wir den 00er Komödien gerade mal einen kläglichen Artikel spendiert haben. Diese hier wird – so viel darf schonmal verraten werden – nicht die letzte 90er Komödien-Retrospektive bleiben. Allerdings gibt es ab sofort keine Subgenres mehr, auch wenn die meisten der hier genannten Filme sich in die ein oder andere Unterkategorie einsortieren ließen. Stattdessen einfach das volle Programm, direkt auf die Lachmuskeln. Wie immer kurz in den höchsten Tönen gelobt und mit Videomaterial unterfüttert…

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Die besten Filme 2014: Paddington – Die perfekte Kinder- und Familienunterhaltung

Die 2010er sind eine gute Zeit für Kinder- und Familienfilme. Und doch gibt es eine nicht zu leugnende Lücke: Filme für die ganze Familie; für die ganze Familie im wahrsten Sinne des Wortes. Filme, an denen die jüngsten Familienmitglieder Spaß haben können und die dennoch auch den Älteren und Ältesten gefallen. Bei den Filmen ab 6 Jahren ist eigentlich klar, dass alle ab diesem Alter ihre Freude haben können: Für die Älteren gibt es Popreferenzen, Action und subtil eingeflochtene Witze für Erwachsene, für die Jüngeren gibt es Action, Slapstick und ne Menge Fantastisches zum Staunen. Aber die Jüngsten bleiben außen vor. Und wenn es dann Filme für die Jüngsten sind, langweilen sich die Jüngeren wegen der durchschnittlichen Geschichten ohne richtige Konflikte und die Erwachsenen langweilen sich wegen der Infantilität und Bravheit des entsprechenden Films. Als Kompromiss bleibt eigentlich nur den Dreijährigen einen Film ab 6 vorzusetzen; oft genug möglich, aber auch nicht sonderlich befriedigend, vor allem für die Kleinen, deren Interessen und Wünsche dabei irgendwie unter den Tisch fallen. Aber es gibt sie doch und sie sind zu finden, wenn man nur lange genug danach sucht: Von der FSK für alle Altersstufen freigegeben, nicht zu anstrengend pädagogisch, nicht zu brav, spannend und mitreißend für alle Älteren, aber eben auch unterhaltsam für die Jüngsten. Paddington (2014) ist ein genau solcher Film. Und das beste daran: Er sucht nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern den Größten. Und diesen findet er auch noch.

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