Kategorie: Filmrezensionen

RemakeORama: Evil Dead, RoboCop, Oldboy, Maniac

Es ist kein großes Geheimnis, dass der Traumfabrik in den letzten Jahren doch das eine oder andere Mal die kreativen und originellen Ideen fehlten, wenn es darum ging, Kinohits für die große Leinwand zu produzieren: Fortsetzungen, Remakes, Reboots, Prequels und Sequels wohin das cineastische Auge reicht. Und als ob das nicht schon frustrierend genug wäre, scheint selbst das vermeintliche Outsider- und Independent-Kino mittlerweile große Freude an der Resteverwertung gefunden zu haben. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass mittlerweile nicht nur Kassenschlager von einst durch die Konservationsmaschinerie gedreht werden, sondern ebenso dreckige Trash-Perlen, Splatter-Kultfilme und düstere, groteske Thriller-Dramen mit Exoten-Flair. Remaking ist keineswegs ein Privileg, das nur Hollywood vorbehalten ist und wird durchaus auch jenseits des großen Blockbuster-Kinos für die ganze Familie eingesetzt. Aber Remake ist auch nicht gleich Remake und selbst in der vermeintlichen Ideenlosigkeit lässt sich dann doch manchmal die ein oder andere Perle finden: Fünf aktuelle Remakes von „Indie-Klassikern“ auf dem Prüfstand: Was machen sie besser, was machen sie schlechter als das Original. Und sind sie es wert geschaut zu werden?

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What A Fuck!? – Lars von Triers Nymphomaniac I

Mit dem Nymphomaniac Zweiteiler kommt Lars von Triers so genannte Depressions-Trilogie zu einem Abschluss. Da es bei dem Dogma95-Initiator und Festival-Provokateur zuletzt nicht mehr unter existenzieller menschlicher Tragödie oder gleich dem Weltuntergang ging, durfte man gespannt sein, wie der letzte große Epiker des Arthaus-Kinos das Thema Sex auf die Leinwand bringen würde. Dass es pornographisch werden konnte war praktisch vorprogrammiert, nicht zuletzt auch weil Lars von Trier bereits mit seinen früheren Filmen, wie Idioten, Porno-Arthaus-Erfahrung sammeln durfte. Ebenso schien es vorprogrammiert, dass Sex von Trier nur als Leinwand dient, auf der er wieder einmal eine existenzielle, gewaltig gewalttätige, an den Rand des Ertragbaren gehende Geschichte zeichnen würde. Und nachdem die ersten Filmplakate das Licht der Welt erblickt hatten, auf denen der gesamte Cast in eindeutig orgastischer Pose zu sehen war, durfte erwartet werden, dass Lars von Trier auch in Nymphomaniac wieder zu allen möglichen, unmöglichen Mitteln der Provokationskunst greifen würde… Düster, tragisch, pornographisch, provokant, existenziell und gewaltig… das waren die Vorzeichen von Nymph()maniac (nur echt mit Klammer-O)… und Lars von Trier, der Schelm? Der hat uns alle ganz schön in die Irre geführt.

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Turn into something beautiful – Boyhood von Richard Linklater

Zu Beginn von Boyhood sehen wir den sechsjährigen Mason im Gras liegen und in den Himmel schauen, während Yellow von Coldplay erklingt. Dieses Bild repräsentiert wohl wie kein zweites die Attitüde sowie die Rezeption von Richard Linklaters Film. Es ist das Bild, das alle Kinoplakate schmückt, das jede Rezension, jede Kritik, jeden längeren Bericht begleitet; und tatsächlich ist es auch das Bild, das sich dem Zuschauer am stärksten einprägt. Und doch ist es innerhalb weniger Sekunden vorbei. Ein flüchtiger Moment, ein Augenblick, der keinen großen Pathos, keinen wahnwitzigen Symbolgehalt nach sich trägt; nur ein Augenblick im Leben eines Kindes, ein Augenblick, auf den in diesem Film noch viele weitere wunderschöne, erinnerungswürdige, banale und tiefgründige Augenblicke folgen werden.

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Kurzrezensionen: The Master, Side Effects, Häppchenweise

Ich habe zwar mit dem Jahr 2012 filmtechnisch immer noch nicht abgeschlossen – und dementsprechend warten hier noch sehr viele Rezensionen ebenso wie Want-Sees in der „Packe ich alles nach der Magisterarbeit“-Warteschleife – aber es kann ja nichts schaden zwischendurch auch mal etwas zu aktuelleren Filmen zu schreiben. Der Kino-Verwertungszeitraum ist zwar (sofern überhaupt vorhanden) für die in diesem Artikel kurz abgerissenen Filme bereits abgelaufen, aber ich glaube, ich habe im letzten Jahr oft genug einen leicht in mir aufkeimenden Widerwillen gegen die Institution „Kino“ geäußert, weswegen ich alle drei ohne schlechtes Gewissen für einen gemütlichen Filmabend zu Hause empfehlen kann. Also dann: Drei sehenswerte, etwas andere, aber auch komplett verschiedene Filme: Mit The Master versucht sich Paul Thomas Anderson erneut an der Verbrüderung von Arthaus-Anspruch mit epischem Kinodrama, in Side Effects versucht Style-over-Substance-Legende Steven Soderbergh gerissenen Mindfuck-Thrill zu inszenieren, und mit Häppchenweise inszeniert Maike Brochhaus ein postpornografisches Filmexperiment, das genau das tut, was alle Erotikfilme wollen, im Gegensatz zu den meisten anderen jedoch mit erstaunlichem Erfolg.

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SciFi-Kurzerezensionen: Gravity, Oblivion, Ender’s Game, Pacific Rim

Jau… mal wieder die Zeit gefunden ein paar – in irgendeiner Form zusammenpassende – Filme, die ich in den letzten Wochen/Monaten gesehen habe, kurz zu rekapitulieren. In diesem Fall ist mal wieder Genrekino-Zeit, ganz konkret das Science Fiction Genre. Alle die hier genannten Filme spielen in einer sehr nahen (um genauer zu sein zeitnahen) oder sehr fernen Zukunft, platzieren sich im Weltraum oder eben auf einer zukünftigen Version unserer Mutter Erde. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn atmosphärisch könnten diese Genreableger nicht weiter voneinander entfernt sein: Gravity versucht sich am realistischen Sci-Fi-Szenario und überspringt dabei doch ab und zu so manche Plausibilitätskriterien. Im Gegensatz dazu will Pacific Rim so knallig, comicbunt und actionstylish wie möglich sein, was mit Sicherheit Spaß macht, aber doch ein bisschen zu Lasten der Tiefe geht. Ender’s Game inszeniert sich selbst als düstere Coming-of-Age Version des satirischen Starship-Troppers-Ansatzes. Und Oblivion stellt die Frage, ob man die Blockbusterattitüde von Tom Cruise mit einer raffinierten doppelbödigen Mystery-Geschichte kreuzen kann. Dank intelligenter Science Fiction Geschichten wie Moon durften sich die Genre-Fans in den letzten Jahren ja durchaus verwöhnt fühlen. Wird dieser Trend 2013 fortgeführt? Die Antwort folgt nach dem Klick.

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The Room by Tommy Wiseau – Epischer Trashmeilenstein von 2003

Okay… Also es gibt schlechte Filme, die so schlecht sind, dass sie schon wieder Spaß machen. Es gibt Filme, die so schlecht sind, dass sie wieder Spaß machen und schon wieder schlecht werden… und natürlich solche, die dadurch schon wieder Spaß machen… Aber das ist nichts! Das ist Kinderkacke. Das ist harmloser Trash für zwischendurch, verglichen mit Tommy Wiseaus „As bad as it gets“ Meistermachwerk von 2003. Ed Wood und Uwe Boll haben ausgedient! Ladies and Gentlemen, introducing „The Room“.

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A Field in England (2013) – Oder, die bizarre Poesie der Desertation

Ist es möglich ein Epos im kleinen Rahmen erzählen? Es ist möglich und es birgt gerade in der Verknappung gar die Möglichkeit, die Grenzen des Epos durch den Bruch zu erweitern. Ben Wheatleys im historischen Setting angesiedeltes Mysterydrama A Field in England (2013) ist der Versuch eines solchen Anti-Epos. Durch seine Skalierung ins Kleinste entzieht er sich den Konventionen seiner Genreverhaftung. Es ist ein Historical Period Drama, ein Kostümfilm, dessen Wesenskern allerdings in der Reduktion der Kostümierung liegt. Es ist darüber hinaus eine merkwürdige Art von Antikriegsfilm, weniger im herkömmlichen cineastischen Sinne, dass er den Krieg anklagt, sondern viel mehr in dem er den Krieg an die Peripherie seines engen Rahmens verbannt. Die Schlacht – in diesem Fall irgendeine Schlacht zum Zeitpunkt des englischen Bürgerkrieges im 17. Jahrhundert – findet nur als Geräusch statt, und auch nur als Kadrage der eigentlichen Filmhandlung. Der Krieg ist zu Beginn und am Ende zu hören, sobald die Protagonisten in die Handlung einsteigen, verlassen sie bereits das Schlachtfeld. Und als ihre Reise zu Ende ist, betreten sie es wieder, ohne dass das Publikum sie auf dem Weg aus der und zurück in die Realität begleiten darf. Denn in seinem Wesen ist A Field in England vor allem ein Film der Desertation und der Deserteure. Alle vier Protagonisten zu Beginn desertieren vor dem Kriegsgeschehen, im Laufe ihres Trips über das Feld desertieren sie vor der Wirklichkeit, der schließlich hinzukommende Fünfte im Bunde hat scheinbar vor langer Zeit vor der Vernunft desertiert und manch einer, wie der kauzige Friend desertiert gar vor dem Tod. Und während all dessen desertiert der Film selbst vor der Geschichte; sowohl vor dem historischen Rahmen, als auch vor seiner eigenen Narration.

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Only God Forgives: Ein offener Brief an Nicolas Winding Refn

Nein, lieber Herr Refn, wirkliche Freunde werden wir in diesem Leben wohl nicht mehr. Dabei will ich Ihnen nicht einmal vorwerfen, dass sie der wohl überbewertetste Regisseur unserer Tage sind. Schließlich können sie dafür nun wirklich nichts, oder? Okay, die ein oder andere ästhetizistische Hipster-Masturbation haben Sie in ihren letzten Filmen schon verbrochen, von kalkulierter Jagd nach Stimmvieh (bei der Wahl um den größten lebenden Regisseur) ist das dennoch weit entfernt. Nein, ich nehme Ihnen den Hype um sie wirklich nicht übel, im Grunde genommen mag ich Ihre Filme ja auch: Den düsteren transzendentalen Trip, Valhalla Rising, der ist wirklich großes Kino, das Slow Motion Actiondrama Drive, ja auch das hat seine Momente… und ja, auch die Pusher-Filme und Bronson sind düstere Action-Bastarde, in denen verdammt viel Kreativität steckt. Ich glaube Ihnen sofort, dass sie mit Herzblut dabei sind und ihre Filme tatsächlich – ohne jede Kalkulation – anders erzählen wollen. Aber um Gottes Willen, müssen sie dabei immer so dick auftragen? Müssen sie dabei immer so sehr den Style- und Design-Göttern huldigen, sich derart in ihren glänzenden und zugleich schmutzigen Bildern verlieren, dass sie drumherum vollkommen vergessen, irgendetwas mit Substanz zu erzählen?

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Die besten Filme 2012 – Frances Ha von Greta Gerwig und Noah Baumbach

Es gab ein – filmhistorisch betrachtet relativ kleines – Zeitfenster, in dem schwarzweiße Bilder so etwas wie ein Aushängeschild des gehobenen Independentkinos waren. Gemeint ist die Zeit der mittleren bis späten 80er bis weit in die 90er Jahre hinein. Eine Zeit, in der der Schwarzweißfilm im Mainstreamkino keine Rolle mehr spielte und entweder sehr bewusst als ästhetisches Stilmittel im Arthaus eingesetzt wurde oder eben in genannten Indie-Produktionen. Im Gegensatz zum Arthaus handelte es sich bei jenen Filmen jedoch nicht um eine ästhetische sondern meist eine budgettechnische Entscheidung. Bevor der digitale Film herausragende Kameras auch für unabhängige Produktionen erschwinglich machte, mussten die Regisseurinnen und Regisseure ohne großes Studio im Rücken gezwungenermaßen technische Abstriche machen. Und wer gute Bilder über den Low Budget Film hinaus produzieren wollte, machte diese Abstriche dann meist im Bezug auf die Farbe. Im Grunde genommen wusste man damals als Kinogänger bereits, wenn man einen Indiefilm in schwarzweiß sah, dass sich der Regisseur Gedanken gemacht hatte, wie er seine Vision mit seinem schmalen Geldbeutel am besten auf die Leinwand bringen konnte: Jim Jarmuschs Down by Law (1986), Kevin Smiths Clerks (1994) oder Christopher Nolans Following (1998) dürften zu den retrospektiv bekannteren Werken dieser Ära gehören. Wenn ein Indieflick jüngeren Datums auf dieses Stilmittel setzt, besteht schnell die Gefahr, dass dies prätentiös wirkt, versucht es doch einen aus Notwendigkeit geborenen Charakter des klassischen Indiekinos zum bewussten Stilmittel zu erklären und sich mit Einsatz dieses Stilmittels selbst bei den Ahnen einzureihen. Um das gleich vorwegzuschicken: Dies ist bei Greta Gerwigs und Noah Baumbachs gemeinsamen Projekt Frances Ha (2012) nicht der Fall, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Geschichte um die umtriebige wie phlegmatische Frances durch und durch eine Reminiszenz an das unabhängige Slackerkino der 90er Jahre darstellt, dabei aber äußerst charmant dessen Prototypen und Stereotypen auf die Generation der Millennials überträgt.

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Kurzrezensionen (2012er Recap III): Drive, Keyhole, Django Unchained, Cosmopolis

Joa… weiter gehts mit der Aufarbeitung des Kinojahres 2012: Die folgenden Reviews möchte ich dann mal unter dem Banner zusammenfassen: „Hipsters get, what hipsters want!“ Sprich, Filme, die auf irgendeine Weise diesen Hipster-Link haben, sei es, weil sie sich besonders originell geben, sei es, weil sie besonders stylish sind, sei es weil sie als abstrakte Nerd-Kunstwerke daherkommen oder sei es einfach weil sie aus der Feder eines Hipster-Lieblings stammen. Das muss per se erst einmal kein Qualitätsmerkmal sein. Ein Film kann sehr wohl wie z.B. Drive voll im Trend liegen und dennoch über seine Zeit hinaus eine cineastische Wirkkraft entwickeln, ein Film kann wie Guy Maddins Keyhole als anspruchsvoller Ritt durch Genres daherkommen und trotzdem eine leere, nichtssagende Hülle bleiben. Filme können wie Tarantinos Django-Interpretation oder David Cronenbergs Cosmopolis ordentlich Namedropping betreiben und dennoch alle Erwartungen unterbieten, das Publikum unterwältigen. Und in jedem dieser Fälle ist selbstverständlich auch immer das jeweilige Gegenteil möglich. Welcher der folgenden Filme über Hipsters Liebling hinausreicht und welcher womöglich schnell vergessen gehört, erfahrt ihr in den Rezensionen nach dem Klick.

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Kurzrezensionen: Stoker, Lore, Ginger & Rosa, Vielleicht lieber morgen

Mal wieder ein kleiner Überschlag an Filmen, die ich in den letzten Tagen, Wochen, Monaten gesehen habe. Was die vier Filme eint: Sie fallen allesamt irgendwie – mitunter auf sehr merkwürdige Weise – in den Bereich des Coming-of-Age Dramas: Teenagernöte, Teenagersorgen, Teenagergefühle… in allen vier Filmen relativ erfolgreich auf erfrischend klischeefreie Weise erzählt: So nutzt Stoker die Adoleszenz als Leinwand für einen düsteren Psychothriller, Lore setzt sich in ihr mit der deutschen Geschichte auseinander, Ginger & Rosa versucht sich gleich in einem universellen Generationenporträt der 60er Jahre, und last but not least entfaltet Vielleicht lieber Morgen auf dem Hintergrund einer rührenden Indie-Komödie die kraftvolle Erzählung eines Traumas und dessen Konsequenzen.

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Kurzrezensionen (2012er Recap): Prometheus, Monsieur Lazhar, Iron Sky, The Hobbit

Spät dran und mit einigem Abstand – der einen (*hust) objektiveren Blick zulässt – will ich dann doch noch Kurzrezensionen zu ein paar 2012er Filmen nachschieben, die mir entweder in Erinnerung geblieben sind oder die ich tatsächlich erst vor kurzem gesehen habe. Wer meinen Arschloch-Zuschauer-Artikel gelesen hat, weiß, dass ich derzeit alles andere als gerne ins Kino gehe. Das liegt noch nicht einmal so sehr an dem – zugegeben von mir überzeichneten – Bild der nervenden Kinobesucher sondern einfach an dem meiner Meinung nach immer offensichtlicher werdenden Verfall der Institution Kino an und für sich: Überhöhte Preise, nervige 3D-Gimmicks, verloren gegangenes Flair und eine seltsame Form der Arroganz, mit der die Filmspelunken – ehemals Filmpaläste – glauben, ihren Besuchern mangelnden Komfort mit durchschnittlichen bis schlechten Filmen und übertriebenen Hypes versüßen zu müssen. Daher lautet mein Credo im Moment: Wenn schon Kino, dann lieber die kleinen, familiären Betriebe, die überraschende – von der Öffentlichkeit sträflich ignorierte – Perlen zu okayen Preisen und in gediegener Atmosphäre präsentieren. Und wenn es ein Blockbuster sein soll, genügt es auch vollkommen ein paar Monate zu warten, bis die Videothek meines Vertrauens (Nein, nicht kinoxto.2k oder so) den Film im Programm hat. Egal, hier soll es um die Filme gehen, und da ist alles dabei, was 2012 im zu bieten hatte: Hyperventilierender Hype (Prometheus), epischer Blockbuster (The Hobbit), ausgezeichnetes Arthaus-Drama (Monsieur Lazhar) und Direct-to-DVD-Trash mit originellen Produktionsumständen (Iron Sky). Bleibt die Frage, wie sich die eigentlichen Filme fernab ihres Paratextes/Kontextes schlagen. Und die soll im Folgenden beantwortet werden.

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Kurzerezensionen (2012er Recap IV): Cabin in the Woods, Looper, Twixt, John dies at the end

Material für den nächsten Filmabend zu Hause… und für die Nerd-Fraktion. Die folgenden Rezensionen kümmern sich ein wenig, wenn auch nicht ausschließlich, um die Direct-to-DVD Ecke des Jahres 2012. Ziemlich frisch reingerauscht ist – zumindest bei uns in der Ecke – John dies at the End, der versucht einen neuen Rekord an verwursteten Genres aufzustellen. Ebenfalls direkt auf DVD ist Copollas 2011er Spuk/Pulp-Drama Twixt gelandet, während sowohl Looper als auch The Cabin in the Woods zwar im Kino liefen, im Grunde genommen aber auch für einen Heimkinoabend weitaus geeigneter sind als für ein großes Lichtspielhaus. Wie die Filme sich auf dem TV, Sofa in Front, bewährt haben, erfahrt ihr nach dem Klick…

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Rezension zu The Dark Knight Rises

Wenn es einen Sommerkino-Hype gibt, der diesen Namen wirklich verdient, dann ist es der dritte und abschließende Teil von Christopher Nolans Batman-Trilogie. Seit mittlerweile über einem Jahr wurden wir auf das große Blockbuster-Event vorbereitet: Angeheizt mit nichtssagenden Mini-Teasern und Artworks, hungrig gemacht mit der sukzessiven Offenbarung der neuen Antagonisten und schließlich geradezu in den Wahnsinn getrieben mit Ankündigung über Ankündigung. Damit steht Nolans letzter Batman-Film klar in der Tradition übergroßer Hype-Blockbuster à la Avatar oder eben auch der Vorgänger des Regisseurs The Dark Knight, sowie das Traum-Epos Inception. Und wie bei diesen Filmen folgt auch die öffentliche Rezeption von The Dark Knight Rises den bekannten Mustern. Über die will ich mich gar nicht weiter groß auslassen, verweise stattdessen einfach auf meinen Text Fanboys, Nörgler, Kritiker und der Hype und komme lieber gleich zum eigentlichen Film, an den ein unbelastetes Herangehen natürlich weitestgehend unmöglich ist: Nicht nur wegen des Hypes im Vorfeld sondern auch wegen der zweifellosen Klasse von The Dark Knight, der seinerzeit den Status von Christopher Nolan als dem großen Hollywood/Blockbuster-Regisseur endgültig zementierte.

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Kurzrezensionen (2012er Recap II): Cloud Atlas, Life of Pi, Beasts of the Southern Wild

Auch wenn 2013 mittlerweile schon ziemlich fortgeschritten ist, habe ich mit dem letzten Filmjahr immer noch nicht ganz abgeschlossen. Aber es wird! Und in mir ist dann doch der Gedanke – mittlerweile schon ziemlich weit – gereift hier wirklich in mehreren Portionen 2012 als Film- und Kinojahr genüsslich zu rekapitulieren. Im Mittelpunkt dieser Retrospektive soll das große Wort „Kinomagie“ stehen: Filme, die episch waren, Filme, die verträumt waren, Filme die magisch waren und ihr Publikum auf irgendeine Weise verzaubern wollten. Ob sie damit Erfolg hatten, werde ich in den folgenden drei Reviews 100% subjektiv eruieren. Vorhang auf für den gigantomanischen Episodenfilm Cloud Atlas, der den Spagat zwischen Mainstream-Epos und Kunstfilm wagt, Vorhang auf für die fantastische Literaturverfilmung Life of Pi, die Spiritualismus und Exotik auf die Leinwand bringen will, Vorhang auf für den Überraschungsgast Beasts of the Southern Wild, der sozialromantische Botschaft mit fantastischen und surrealen Momenten kreuzt. Vorhang auf für das Kino als Hort des Magischen; mit Sicherheit nicht ohne Pathos und Größenwahn, dafür aber in seiner ureigensten Bestimmung.

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Kurzrezensionen: Timecrimes, Der Plan, Exam

Im Moment wildere ich ein wenig durch die Videotheken, um festzustellen, was ich so die letzten Jahre an Filmen im Kino verpasst habe, und natürlich auch, um ein paar Direct-to-DVD Veröffentlichungen abzugreifen, die Dank fehlender PR in den Videotheken-Regalen ein wenig vor sich hinstauben. Sind sie es trotzdem wert gesehen zu werden? Dieses Mal gibt es das volle Mysteryprogramm im Realitätscheck: Der düstere – schon etwas ältere – Zeitreise-Thriller Timecrimes, die an den Kinokassen etwas untergegangene Mystery-Romanze Der Plan und das Kammerspiel Exam, das sich in seiner „Geschlossene Gesellschaft“-Variante ungeniert bei Cube und LOST bedient. Lohnt es sich? Die Antwort nach dem Klick.

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Meta-,- Meta-, Messerstecher – Rezension zu Scream 4

Es ist schon eine Crux mit den lange Zeit nach den Originalen nachgeschobenen Fortsetzungen… Und gerade in den letzten Kinojahren ging das selten gut aus: Indiana Jones 4? Katastrophe! Die Prequels der Star Wars Franchise? Nur noch ein Schatten der urspünglichen epischen Weltraumsaga. Und dann natürlich der Fortsetzungs- und Remakewahn im Horrorbereich (ganz zu schweigen von kruden Mashups wie Freddy vs. Jason). Nur selten gibt es Lichtblicke… Und wenn ausgerechnet eine Serie weitergeführt wird, die schon in den 90ern ein Revival darstellte – mit einem guten Film und zwei immer durchschnittlicher werdenden Fortsetzungen –  die zudem von Beginn an gerade mal als Trilogie angelegt war, ist erst Recht Obacht geboten. Insofern waren die Erwartungen an Scream 4 erst einmal niedrig, mehr als eine nette Nostalgieversanstaltung wurde nicht erhofft, und ein Blick auf die Mitkinogänger – Anfang 30, Horrorfilmfreunde, irgendwie noch in den 90ern beheimatet – ließ erahnen, dass es dem restlichen Publikum auch nicht viel anders ging.

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Scream-Retrospektive II: Die beiden Fortsetzungen

Scream war angeblich von Anfang an als Trilogie angelegt. Ob diese Behauptung Wes Cravens und seines Stabes der Wahrheit entspricht, ist allerdings tatsächlich nur zweitrangig. Bei dem überbordernden Erfolg der Slasher-Renaissance, war es selbstverständlich, dass eine Fortsetzung folgen musste… und ein dritter Teil war schon vor dieser klar eingetütet. Ist ja auch generell nichts verwerfliches. Wobei das Slasher-Genre wie schon im ersten Teil der Retrospektive festgestellt, vielleicht prädestiniert für Fortsetzungen ist, diese allerdings meistens ziemlich müllig daherkommen. Immerhin hatte Craven bis zur Weiterführung der Scream-Franchise die Regie-Finger von Nachfolgefilmen gelassen (abgesehen von einem ziemlich gelungenen, ebenfalls mit der eigenen Selbstreferenzialität spielenden Nightmare on Elmstreet Teil). Also schauen wir uns an, wie sich die beiden Scream-Fortsetzungen im Vergleich zum ersten Teil schlagen…

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Scream-Retrospektive zur Einstimmung auf Teil 4 der Slasher-Saga I: Das Original

Wes Craven muss schon ganz schön dicke Eier haben oder ein hoffnungslos naiver Optimist sein, dass er es sich tatsächlich traut einen vierten Teil der Scream-Franchise ins Kino zu bringen. Immerhin war Scream von Anfang an als Trilogie angelegt, was der Stoff an und für sich keinesfalls selbstverständlich hergibt. Dann die Tatsache, dass die Scream-Filme von Teil zu Teil dünner und unspannender wurden. Ganz zu schweigen von der miesen Erfahrung, die aus der Geschichte der Slasher-Fortsetzungen resultieren dürfte: Jason? Totgemetzelt. Freddy? Irgendwann nur noch ein Schatten seiner selbst. Mike Myers? … Sprechen wir nicht darüber. Und schließlich der letzte und wesentliche Punkt. Scream, damals schon das Revival eines totgesagten Genres, wirkt in Zeiten der Saws und Hostels gleich wie ein doppelter Anachronismus. Die darin gezeigte Gewalt, die im Mainstreamkino der 90er tatsächlich noch ungewöhnlich war, wurde für ein Massenpublikum mittlerweile derart pervertiert, inflationiert oder einfach detaillierter aufbereitet, dass Scream selbst in der uncut-Version scheinbar wie der brave Großvater heutiger Blutorgien wirkt. Sei es drum… Wes Craven beweist Mut (oder Dummheit); und so startet Scream 4 diese Woche in unseren Kinos. Und für alle, die sich auf ein nostalgisches Wiedersehen mit dem – in diesem Fall gleich doppelt nostalgischen – Slasherklassiker freuen (so wie ich), gibt es an dieser Stelle eine kleine kritische Würdigung der drei Vorläufer. Wir beginnen mit Scream 1, dem Klassiker von 1996. Die beiden Fortsetzungen folgen in einem seperaten Artikel.

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Was sind Korsakow Filme?

Als Mediengestalter und Regisseur Florian Thalhofer im Jahre 2000 einen Film über Alkoholismus drehte  (Korsakow Syndrom), suchte er nach einer Möglichkeit, dem Sujet auch narrativ und ästhetisch gerecht zu werden. Aus diesem Antrieb entstand das so genannte Korsakow-System, eine Oberfläche für nonlineare Dokumentar- und Spielfilme. Zehn Jahre ist dies mittlerweile her und die Korsakow-Filme haben es trotz faszinierender Ideen und großartigen daraus entstandenen Dokumentationen leider nie über einen gewissen subkulturellen Bereich hinaus geschafft.

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Sechs weitere Bücher die unbedingt noch verfilmt werden sollten…

Vieles Literarisches gibt es noch, was auf die große Leinwand gehört. Nach dem ersten vorsichtigen Ausblick nun also weitere sechs Bücher, die verfilmt werden sollten, könnten, müssten und höchstwahrscheinlich demnächt irgendwann ihren Weg in die Filmpaläste dieser Welt finden werden. Dieses mal gibt es teuflische Elixiere von David Lynch,  einen deutschen Kinderbuchklassiker als Anime, Michael Bays Version des ersten Weltkrieges, Euklid im Disneyland, Platon und Jarmusch beim Kaffetrinken sowie ein größenwahnsinniges Eichingerprojekt.

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Sechs Bücher, die unbedingt noch verfilmt werden sollten…

Sherlock Holmes, Das Bildnis des Dorian Gray, In meinem Himmel… das Kinojahr 2010 beginnt wie schon viele Jahre zuvor mit einer ganzen Reihe an Bestseller- und Klassikerverfilmungen. Das Filmgeschäft liebt seine literarischen Vorlagen, pflegt sie und verwertet sie in regelmäßigen Abständen neu. So ist Robert Downey Jr. auch nur einer von unzähligen Darstellern, die bereits in die Rolle von Sir Conan Arthur Doyles Meisterdetektiv schlüpfen durften (Peter O’Toole, Rupert Everett, Michael Caine, Basil Rathboone… um nur die bekanntesten zu nennen) . Auch Dorian Gray ist in seiner Emogothic-Version nicht die erste Adaption von Oscar Wildes Klassiker. Umso erstaunlicher scheint es, das einige Romane, Erzählungen, Dramen und sonstige Schriftstücke noch keinen Weg auf die Leinwand gefunden haben. Die Literaturlandschaft gibt doch so viel mehr her als Thomas Mann, Edgar Allen Poe und Stephen King, so viel mehr, was es wert ist, seinen Weg in die Filmpaläste zu finden. Daher an dieser Stelle eine kleine Wunschliste, eine Vorhersage von möglichen Verfilmungen diverser Schriftstücke, wie sie demnächst auf uns zukommen könnten… gelungen, misslungen, kurios oder einfach nur folgerichtig… Wie werden sie wohl aussehen?

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Inception von Chris Nolan: Träume Kino, träume!

Eigentlich finde ich es ja immer ziemlich blöd, wenn ein Rezensent eine Kritik damit beginnt, dass er nicht weiß, wie er den Text beginnen soll. Die Flucht vor einer prägnanten, pointierten Einleitung durch Metaebenen und selbstreflexive Spielereien. Andererseits passt eben genau jenes Spiel perfekt zu Chris Nolans (The Dark Knight) neuesten Blockbuster. Unabhängig davon weiß ich auch tatsächlich nicht, wie ich hier anfangen sollte. Es gibt einfach zu viele treffende Varianten. Also dann… Der erste Satz hier könnte lauten: Er hat es mal wieder geschafft. Klingt ein bisschen zu vorbelastet…? Die zweite Variante wäre: Es gibt Filme, die sind einfach so gewaltig, dass man sich nur staunend freuen kann, oder freuend staunen. Selbstverständlich mit der Ergänzung: Inception ist ein solcher Film. Zu pathetisch? Naja, ein einfaches Wow! wiederum wäre wahrscheinlich zu banal… Trifft es aber auch. Vielleicht muss man auch einfach erst mal nur tief Luft holen, um diesen Überschuss an kreativen Ideen, grandiosen Szenen, an atemberaubender Spannung zu verarbeiten. Man kann es nicht anders sagen: Inception ist der Blockbuster des bisher eher schwachen Kinojahres: Inception ist groß, erhaben, intelligent, actionreich, spannend, verschachtelt und so unterhaltend wie, wie, wie…lange scheint es her… genau, wie eben der letzte Nolan-Film.

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Nordkurve (1993) – Die dunklen Seiten des Fußballgeschäfts

Anlässlich zur Fußball WM 2010 in Südafrika breitet sich allmählich wieder eine allgemeine Fußballeuphorie in Deutschland aus und reißt  selbst ansonsten am Ballsport Uninteressierte mit. Fußball ist tatsächlich – gerade in Deutschland – ein einzigartig kulturelles Phänomen, sowohl im Guten als auch im Schlechten. Dementsprechend gibt es auch die filmischen Verarbeitungen des Themas: Sei es als actionreicher Kickspaß für Jugendliche (Die wilden Kerle), als charmante Indiekomödie (Kick it like Beckham) oder als euphorisches dokumentarisches Stimmungsbild (Deutschland, ein Sommermärchen). Heraus sticht aus der Vielzahl der Fußballfilme Adolf Winklemanns Drama Nordkurve von 1993. In dem episodisch angelegten Panorama rund um den fiktiven Verein Union Dortmund zeigt Winkelmann die Schattenseiten sowohl des Fußballspiels als auch des Fußballgeschäfts als auch der Fankultur eines vom Abstieg und von der Insolvenz bedrohten Vereins.

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Kultfilme, volle Fahrt voraus?

Auch 2010 hoffen die Produzenten und Filmstudios mit ganz speziellen Nischen-Filmen wieder eine Menge Staub aufzuwirbeln. Ob mit überzeichneter Gewalt, verrückten Geschichten, einer vertrackten Erzählweise, coolen Charakteren oder einfach durchgeknallten Szenarien. Seit den Erfolgen Quentin Tarantinos in den 90er Jahren wird bei jedem kruden, coolen, andersartigen Release auf raumübergreifende Mund-zu-Mund-Progpaganda gehofft. Immerhin verspricht das Label Kultfilm nicht nur erhöhte Credibility bei den Fans sondern darüber hinaus satte Einspielergebnisse und mittlerweile sogar Chancen auf begehrte Auszeichnungen. Seite360 wagt einen Blick auf kommende Highlights und klopft sie auf ihr Kultfilmpotential ab.

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